Bausteine zur Geschichte der Grafen von Löwenstein-Wertheim

Entstehung der beiden Linien

Das Erbstatut des Grafen Ludwig III. von Löwenstein aus dem Jahr 1597, das sogenannte Statutum Gentilicium, sorgte dafür, dass alle Söhne in ihren Erbansprüchen gleichberechtigt waren. Nach dem Tod Ludwigs III. einigten sich die noch lebenden vier Söhne auf die Einhaltung dieses Statuts und nahmen eine vorläufige Teilung vor. Die beiden älteren Brüder Christoph Ludwig und Ludwig verblieben im Besitz der Grafschaft Löwenstein, die ihnen Württemberg 1592 bereits als Lehen verliehen hatte. Den beiden jüngeren Brüdern wurden die niederländischen Herrschaften aus dem Erbe Ludwigs von Stolberg-Königstein und die Herrschaft Breuberg zugesprochen. Bis zur endgültigen Aufeilung sollte die Grafschaft Wertheim gemeinschaftlich regiert werden. 1615 fiel aus dem Erbe Dietrichs von Manderscheid noch ein Teil der (durch Erbstreitigkeiten dezimierten) Herrschaft Virneburg an Elisabeth, Ehefrau des Grafen Christoph Ludwig von Löwenstein-Wertheim. Bei der gemeinschaftlichen Herrschaft über die Grafschaft Wertheim blieb es.

Nur zwei der vier regierenden Grafen von Löwenstein hatten männliche Nachkommen. Auf Graf Christoph Ludwig geht die Linie Löwenstein-Wertheim-Virneburg (ab 1813 -Freudenberg), auf Graf Johann Dietrich die Linie Löwenstein-Wertheim-Rochefort (ab 1813 -Rosenberg) zurück. Der Gegensatz der Linien wurde dadurch verschärft, dass Graf Johann Dietrich 1621 zum katholischen Glauben übertrat. Die Grafen von Löwenstein-Wertheim-Rochefort waren somit katholisch, die Grafen von Löwenstein-Wertheim-Virneburg blieben protestantisch.

Weiterführende Literatur:

  • Ehmer, Hermann: Geschichte der Grafschaft Wertheim, Wertheim 1989.
  • Ehmer, Hermann: Art. Löwenstein, Grafen und Fürsten zu, in: Neue Deutsche Biographie 15 (1987), S. 96ff.
  • Meier, Robert: Souverän und doch geteilt: Kondominate. Eine Annäherung an eine typische Sonderform des Alten Reichs am Beispiel der Grafschaft Wertheim, in: Zeitschrift für neuere Rechtsgeschichte 24 (2002), S. 253-272.
  • Rößler, Hellmuth: Graf Johann Dietrich von Löwenstein, in Wertheimer Jahrbuch 1953, S. 27-42.
  • Wehner, Thomas: Wertheim, in: Die Territorien des Reichs im Zeitalter der Reformation und Konfessionalisierung, Bd. IV, Münster 1992, hg. v. Anton Schindling/Walter Ziegler, S. 214-232.