Digitale Präsentation

Ludwig Marum - Mensch. Politiker. Opfer

XVII. Der Mord

Tatortskizze aus den Gerichtsakten; Generallandesarchiv Karlsruhe 309/4807

Als einige Tage vor Ostern 1934 der Lagerkommandant Franz Konstantin Mohr seinen Urlaub antrat, hatte sein Vertreter Karl Sauer, ein ehemaliger Zuhälter, freie Bahn.

Kurz nach Übernahme der Lagerleitung verfügte er, dass Marums Essensrationen gestrichen wurden, da dieser angeblich unerlaubt geraucht habe. Post und Pakete durfte Marum nicht mehr empfangen: Der Kontakt zu seiner Familie war abgebrochen.

Der Versuch eines Mitgefangenen, Marum etwas Brot zu geben, wurde zum Anlass genommen, Marum in Einzelhaft zu stecken.

Sauer scheint den Mord nur geplant zu haben. Der eigentlichen Ablauf, kann heute nur durch die Aussagen seiner Mörder im Gerichtsverfahren 1948 rekonstruiert werden: Am Tage vor Marums Ermordung musste ein Mitgefangener einen Stuhl in die Zelle bringen und ihn unter einem Haken der wohl auch extra für Marums Ermordung eingeschlagen worden war, aufstellen.