Musikalische Fragmente

IV. Pergament als Beschreibstoff

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Pergament ist einer der ältesten Beschreibstoffe der Menschheit und wurde aus der Haut von Ziegen, Kälbern, Lämmern oder Schafen gewonnen. Die Haut wurde vom Pergamenter spanngetrocknet und ungegerbt verarbeitet. Im trockenen Zustand wurde die Oberfläche mit Schleifmaterialien bearbeitet, um das Pergament für das Schreiben, für den Bucheinband oder für das Bespannen von Trommeln vorzubereiten.

Die Zeilenanfänge und die Initialen wurden häufig farbig und kunstvoll ausgemalt. Die Farbe Rot kehrt in der Farbgestaltung regelmäßig wieder, wobei es sich meist um Zinnober (Quecksilbersulfat) oder Mennige (Bleicarbonat) handelt. Da Pergament wertvoll, aber auch strapazierfähig ist, wurden nicht mehr gebrauchte Pergamente oftmals für Bucheinbände in der zweiten Nutzung wieder verwendet. Als Bucheinbandmaterial unterlagen die hier gezeigten Notenhandschriften einer ungleich höheren Beanspruchung. Gelangen diese Fragmente ins Archiv und zum Restaurator, werden Risse und Fehlstellen geschlossen und eine sachgemäße bestandserhaltende Aufbewahrung bereitgestellt.