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Kriegspostkarte: Fräulein Feldgrau
Fräulein Feldgrau

Das gegenwärtige Interesse an den Ereignissen des Kriegsendes 1945 macht deutlich, wie sehr die Öffentlichkeit nach Information aus jener Zeit, die dem Erfahrungshorizont des Einzelnen kaum mehr zugänglich ist, verlangt. Aber auch die historische Forschung wendet sich in zunehmendem Umfang dem Thema Krieg zu und sucht nach individuellen Zeugnissen, um den Akzent des persönlichen Erlebens mit einbeziehen zu können.

Hoch willkommen ist daher dem Generallandesarchiv Karlsruhe eine Schenkung, die ihm sein früherer Direktor, Herr Professor Hansmartin Schwarzmaier, gemacht hat. Im Rahmen der Mitgliederversammlung des Fördervereins des Generallandesarchivs Karlsruhe wurde am 5. April 2005 der Schenkungsvertrag für eine Sammlung von Bildpostkarten aus dem Ersten Weltkrieg unterzeichnet. Der Schenker hatte sie in langen Jahren des Sammelns zusammengetragen, bearbeitet und auch schon aus ihr publiziert.

Die Bildpostkarte als höchst wirksames Propagandamedium kam in dieser Eigenschaft erstmals im Ersten Weltkrieg auf. Ihre Produktion und Gestaltung wurden geradezu gesteuert, um die Empfänger solcher Karten in der Heimat über die Realität des Geschehens an der Front hinwegzutäuschen. Somit kommt solchen Karten einerseits ein dokumentarischer, andererseits aber auch ein das eigentliche Geschehen verharmlosender Charakter zu.

Die etwa 1.000 Stücke umfassende Sammlung gewinnt aber zusätzlich an Wert, da sie mit Vorbedacht ausschließlich geschriebene Karten enthält, die für vorwiegend badische Empfänger bestimmt waren. So ergibt sich aus den Texten ein zusätzlicher und gut einzuordnender Informationswert. Die Sammlung enthält auch einige originale Alben, in denen man seinerzeit solche Karten sammelte, so dass sich ihre Wirkungsweise um so besser nachvollziehen lässt. Der Dank des Archivs für diese wertvolle Gabe ist dem Schenker gewiss, ebenso der Dank der künftigen Benutzer, denen die Sammlung nun zur Verfügung steht.


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