Ausstellung des Hauptstaatsarchivs

Pinselstriche in der Todeszone. Württembergische Künstler sehen den Ersten Weltkrieg

Eugen Nanz

Eugen Nanz
HStAS, M 660⁄501 Nr. 427

Eugen Nanz ist zu Lebzeiten vor allem als Möbelgestalter bekannt geworden. Als Professor für Innenarchitektur an der Kunstgewerbeschule Nürnberg propagierte er mit großem Erfolg die einfache und zweckmäßige Möbelform im Gegensatz zum historisierenden Stil. Die schlichten Möbel Nanz’ wurden auch für die industrielle Produktion bedeutsam.

Der Malerei war Nanz zeitlebens verbunden. Ausgebildet unter anderem von Christian Landenberger an der Stuttgarter Akademie der bildenden Künste, wirkte er als Illustrator satirischer Zeitschriften, übernahm Portraitaufträge und malte Landschaftsbilder, darunter viele Jagddarstellungen.

Aus der Zeit des Ersten Weltkrieges sind von Nanz knapp 500 Zeichnungen und Gemälde überliefert. Diese Kriegsbilder sind in Bleistift, Farbstift, Tusche, Wachskreide und Tempera ausgeführt. Das an der Front entstandene Werk Nanz’ beeindruckt durch eine bemerkenswerte thematische und stilistische Vielfalt. Nanz hinterließ Portraits, Darstellungen von Kriegslandschaften und in großer Zahl Bilder, die den Alltag der Soldaten und der Zivilbevölkerung in den Frontgebieten dokumentieren.
Realistischen und impressionistischen Kunstkonzeptionen verpflichtet, integrierte er in seine Zeichnungen und Gemälde bisweilen symbolische Bezüge sowie Stilelemente der Karikatur.