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23.05.2022

Diese Ausstellung ist "ein gutes Beispiel"

Eröffnung der Ausstellung
Landtagspräsidentin Muhterem Aras und der Kurator der Ausstellung, Dr. Rainer Brüning

Vor rund 100 Gästen eröffneten die Präsidentin des Landtags von Baden-Württemberg, Muhterem Aras MdL, und der Präsident des Landesarchivs Baden-Württemberg, Prof. Dr. Gerald Maier, am 18. Mai 2022 die deutsch-französische Ausstellung "Der Tod im Winterberg-Tunnel. Eine Tragödie im Ersten Weltkrieg - La mort dans le tunnel de Winterberg. Une tragédie de la Première Guerre mondiale" im Generallandesarchiv Karlsruhe.







Die Landtagspräsidentin zeigte sich erschüttert von dem grauenhaften Schicksal der etwa 100 badischen Soldaten, die im Mai 1917 bei dem Ort Craonne am Chemin des Dames in Nordfrankreich bei lebendigem Leib begraben wurden. Zugleich lobte sie die zweisprachige Ausstellung Der Tod im Winterberg-Tunnel. Eine Tragödie im Ersten Weltkrieg - La mort dans le tunnel de Winterberg. Une tragédie de la Première Guerre mondiale, die das "Gedenken über die Grenzen hinausdenke", und ihre europäische Perspektive: "Wir brauchen ein gemeinsames Gedächtnis. Es ist das Fundament unseres gemeinsamen Hauses Europa." Diese Ausstellung sei "ein gutes Beispiel für grenzüberschreitende Zusammenarbeit".

Aras betonte die Notwendigkeit, sich auch hundert Jahre nach dem Ersten Weltkrieg mit dem historischen Geschehen zu befassen, denn Kriege endeten nicht mit dem Waffenstillstand, sie wüteten "weiter in den Gesellschaften und in den Seelen der Menschen". Die Erzählung zu einem solchen historischen Ereignis müsse aus der Sicht der Landtagspräsidentin "in eine gemeinsame Erzählung Europas" eingebettet werden. Aras schlug damit den Bogen zum Krieg in der Ukraine. Auch hier sei es wichtig, dass die Menschen ihre Erinnerung "aus nationalen Schubladen lösen" und Bausteine für ein gemeinsames europäisches Haus in einem historischen Narrativ fänden, aus dem sie eine gemeinsame Zukunft aufbauen könnten.

Prof. Dr. Gerald Maier, der Präsident des Landesarchivs Baden-Württemberg, erinnerte in seiner Begrüßung an den großen Erfolg der preisgekrönten, grenzüberschreitenden Präsentation Menschen im Krieg 1914-1918 am Oberrhein. Vivre en temps de guerre des deux côtés du Rhin 1914-1918, die mehr als 70.000 Menschen beidseits des Rheins und weit darüber hinaus gesehen haben und und die inzwischen als "Modell für ein gemeinsames Erinnern an den Großen Krieg" gelte. Er freute sich, dass das erfolgreiche Format deutsch-französischer Archivkooperationen in der aktuellen Ausstellung fortgesetzt werde.

Der Präsident des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge e.V. und Generalinspekteur a.D., Herr Wolfgang Schneiderhan, hob die hohe wissenschaftliche Qualität der Ausstellung hervor und dankte für die engagierte Unterstützung der Arbeit des Volksbundes vor Ort in Craonne durch den Kurator der Ausstellung, Dr. Rainer Brüning. Dr. Franck Viltart, Chef du service du Chemin des Dames, betonte die ausgezeichnete deutsch-französische Zusammenarbeit bei diesem schwierigen Projekt, das ab Januar 2023 auch in dem bekannten Museum der "Drachenhöhle" unweit des damaligen Geschehens gezeigt werden wird.