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02.11.2020

Künstlerischer Nachlass des Laudaer Komponisten Friedrich Sebastian Zubrod dem Kreisarchiv übergeben

Passfoto von Friedrich Sebastian Zubrod (Foto: Archiv, Signatur: StAWt K-N 37 Nr. 178)

Die Nachfahren des 1956 verstorbenen Laudaer Komponisten und Musikpädagogen Friedrich Sebastian Zubrod, seine Tochter Brunhilde Schmidt sowie der Enkel Joachim Schmidt, haben zusammen mit dem ehemaligen Laudaer Lehrer und Kirchenmusiker Christian Abelein dem Kreisarchiv im Archivverbund Main-Tauber den künstlerischen Nachlass Zubrods übergeben. Die Dokumente sind im Archivinformationssystem erfasst, das Findbuch ist fertiggestellt und im Internet abrufbar.

Der am 20. Februar 1913 in Lauda geborene Friedrich Sebastian Zubrod studierte ab 1933 am Konservatorium in Würzburg die Fächer Klavier und Geige, Harmonie- und Musiklehre. Sein musikalisches Talent hatte sich bereits am Gymnasium Tauberbischofsheim gezeigt, wo erste Kompositionen aus seiner Feder mit dem Schulorchester aufgeführt worden waren. Daneben war er auch ein ausgezeichneter Organist. Eigentlich wollte Zubrod Musiklehrer an einer Schule werden, als Diabetiker blieb ihm dieser Berufsweg zur damaligen Zeit jedoch verwehrt. Stattdessen wirkte er zunächst als Klavierlehrer am Konvikt in Tauberbischofsheim und dann als freischaffender Musiklehrer. Viele Schüler aus Lauda und den umliegenden Ortschaften erlernten bei ihm das Klavierspiel. Ein zweites berufliches Standbein bildete seine Dirigenten- und Chorleitertätigkeit. Mit diesen Chören und seinen Musikschülern führte er eigene Werke und Kompositionen auf, weltliche und geistliche Stücke anderer Komponisten arrangierte er für zahlreiche Aufführungen. Die Kirchenmusik bildete nach eigener Aussage den Schwerpunkt seines Schaffens: „Meine eigentliche Liebe gehört der Orgel und dem Kirchengesang“. Einige seiner Kompositionen erzielten mit einer Drucklegung über die Region hinausreichende Wirkung und Verbreitung.

Doch nicht nur komponieren, auch dichten lag ihm im Blut. Waren seine Kompositionen v.a. dem kirchlichen Bereich gewidmet, so stammten die Themen und Motive seiner Gedichte und Erzählungen meist aus dem Alltagsleben. Der Jahreslauf und seine (Kirchen-)Feste inspirierten ihn, ebenso persönliche Anlässe wie Geburtstage und Jubiläen, aber auch Todesfälle und traurige Ereignisse. Viele seiner Gedichte hat Zubrod in den lokalen Zeitungen veröffentlicht.

Bereits am 4. Dezember 1956 starb Friedrich Sebastian Zubrod im Alter von nur 43 Jahren an den Folgen seiner diabetesbedingten Erkrankungen. An seinem Grab auf dem Alten Stadtfriedhof in Lauda erinnert ein von der Familie gestiftetes Denkmal an den Laudaer Komponisten und Musikpädagogen.

Mit der Übergabe des künstlerischen Nachlasses an das Archiv steht dieser nun einer breiten Öffentlichkeit zur Verfügung.


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