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30.04.2020

Nation im Siegesrausch. Württemberg und die Gründung des Deutschen Reiches 1870/71.

Ausstellung im Hauptstaatsarchiv Stuttgart

28.4.–31.7.2020

Während des Deutsch-Französischen Krieges wurde der preußische König Wilhelm I. am 18. Januar 1871 im Spiegelsaal des Schlosses Versailles zum Deutschen Kaiser ausgerufen. Noch wenige Monate vor der Kaiserproklamation wäre es für die Mehrzahl der Württemberger kaum vorstellbar gewesen, einem Bundesstaat anzugehören, an dessen Spitze der preußische König stand. Jetzt aber jubelte man auch in Schwaben über die so rasch erlangte nationale Einheit.

Öffnungszeiten

Einzug
Abb. 3: Einzug der württembergischen Truppen in Stuttgart am 29. Juni 1871, Ölgemälde von Christian Speyer (1855–1929), o. D. (Vorlage: LABW, HStA Stuttgart M 703 R969N4)

Mo 9.15–17.00 Uhr
Di, Mi 8.30–17.00 Uhr
Do 8.30–19.00 Uhr
Fr 8.30–16.00 Uhr
Eintritt frei

Um die Hygiene- und Abstandsregeln einzuhalten, müssen Besucherinnen und Besucher beim Betreten des Archivs die Hände desinfizieren und währen des Aufenthalts in der Ausstellung eine einfache Schutzmaske tragen. Außerdem kann nur eine begrenzte Zahl an Personen die Ausstellung gleichzeitig betreten.

Informationen

Landesarchiv Baden-Württemberg
Hauptstaatsarchiv Stuttgart
Konrad–Adenauer–Straße 4
70173 Stuttgart
Telefon: 0711/212–4335
Telefax: 0711/212–4360
E-Mail: hstastuttgart@la-bw.de

Zur Ausstellung ist ein Begleitbuch erschienen.


Beitrittsurkunde
Abb. 2: Beitritt Württembergs zum Deutschen Reich (preuß. Ratifikation), Versailles, 22. Dezember 1870 (Vorlage: LABW, HStA Stuttgart E 100 Nr. 24)

Die Schau spürt den politischen und militärischen Entwicklungen zwischen Juli 1870 und Juni 1871 nach und spiegelt sie in individuellen Schicksalen. Präsentiert werden beeindruckende Originaldokumente – darunter alle historisch bedeutenden Verträge, die den Weg Württembergs in das neue Reich ebneten –, zahlreiche Gemälde, Uniformen und Waffen sowie Medaillen. Selbstzeugnisse wie Briefe oder Tagebücher lassen erahnen, wie die Menschen in Württemberg Krieg und Reichsgründung erlebt und in vielen Fällen durchlitten haben, wie sie mit ihren im Feld stehenden Angehörigen bangten, wie sie die Siege der deutschen Armeen feierten und wie sie die gefallenen Soldaten betrauerten.

Nach 1871 wurden die vielfältigen Erfahrungen der politischen Umbruchsphase zu einer stimmigen Erzählung formiert, die als Gründungsmythos des neuen Nationalstaates fungierte. Die Ausstellung rekonstruiert auf breiter Basis die spezifische Erinnerung an den Deutsch-Französischen Krieg und an die Entstehung des Deutschen Reiches in Württemberg.

Lichtenberg
Abb. 1: Belagerung der Festung Lichtenberg im Elsass durch württembergische Truppen am 9. August 1870, Aquarell von Karl Schott (1840–1911). o. D. (Vorlage: LABW, HStA Stuttgart M 703 R968N37)

Wie ist dieser Stimmungsumschwung zu erklären, und weshalb verloren die Befürworter eines selbstständigen Staates in Württemberg nach dem Kriegsausbruch im Juli 1870 so schnell an politischem Gewicht? Wie haben die Zeitgenossen den Wandel erlebt? Wie wurden die handelnden Personen wahrgenommen, beispielsweise König Karl von Württemberg oder Otto von Bismarck, der Kanzler des Norddeutschen Bundes und preußische Ministerpräsident? Welche Deutung erfuhr das Geschehen nach der Reichsgründung?

Die Dynamik des historischen Wandels in den Umbruchsjahren 1870/71 wirft gerade aus württembergischer Sicht eine Vielzahl von Fragen auf. 150 Jahre nach den Ereignissen versucht das Hauptstaatsarchiv Stuttgart, in einer großen Ausstellung Antworten auf diese Fragen zu geben.

Ausgewählte Exponate zum Verlauf des deutsch-französischen Kriegs


Tags:

Ausstellung, Hauptstaatsarchiv Stuttgart, Berichte/Meldung/Information, Fachöffentlichkeit, Presse und Medien, Schule und Bildung, Wissenschaft und Forschung, 19. Jahrhundert, Bildungsarbeit