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Archivale des Monats August 2017

Zwischen Jahrtagsbuch und Heiligenvita

Das Obleybuch des Stifts St. Peter und Paul in Öhringen

Adelheid von Metz, Gründerin des Kanonikerstifts St. Peter und Paul in Öhringen, als Stammmutter der salischen Könige und Kaiser - Abbildung im Obleybuch des Stifts, HZAN GA 120 Nr. 5, S. 17, um 1428.
Adelheid von Metz, Gründerin des Stifts, als Stammmutter der römischen Könige und Kaiser aus dem Geschlecht der Salier

Mit der Einführung der Reformation in Hohenlohe war auch das Schicksal der wichtigsten geistlichen Einrichtung der Region, des Kanonikerstifts in Öhringen, besiegelt. Im Jahr 1037 gegründet, war dieses reich begüterte Stift am Ende immer stärker unter die Kontrolle seiner Vögte, der Grafen von Hohenlohe, geraten und wurde wenige Monate nach Einführung der Reformation im September 1556 aufgehoben. Vom einstigen Leben und Wirken der Chorherren zeugen nur noch wenige, aber aufschlussreiche Archivalien, darunter als besonders prachtvolles Stück das sogenannte Obleybuch des Stiftes.

Um 1428 angelegt, verbirgt sich hinter jenem Pergamentcodex im Kern ein Jahrtagsbuch, in dem die Sterbedaten der Stifter, deren Schenkungen und das vereinbarte Totengedenken festgehalten wurden. Doch zeichnete man darin genauso die Gründungsgeschichte und ‑ausstattung des Stiftes sowie dessen Zehntrechte auf, und auch die Veränderungen der Statuten des Stiftes wurden in den folgenden Jahrzehnten nachgetragen. Entsprechend der Bedeutung dieser Einträge für die Aufgabe des liturgischen Totengedenkens, für die Sicherung der wirtschaftlichen Grundlagen und das Selbstverständnis des Stifts war das Obleybuch nach seiner Abfassung in einer Kapitelversammlung verlesen und von allen unter Eid gebilligt worden.

Die optische Wirkung des Codex wird damals wie heute durch einige Miniaturen gesteigert, welche von der Gründung des Stiftes berichten, ja mehr noch die Person und das heiligmäßige Leben Adelheids von Metz in den Mittelpunkt rücken. Adelheid hatte nach der Überlieferung des Obleybuchs entscheidenden Anteil an der Gründung des Stifts, welches sie sich zudem als letzte Ruhestätte auswählte. Ihr Grab samt 1241 angefertigtem Steinsarkophag wurde über die Jahrhunderte ein Wallfahrtsziel, und die Kanoniker waren bestrebt, diese Wallfahrt weiter zu fördern. So genoss Adelheid laut Obleybuch bereits die ewigen Freuden, und um ihr Gebet und ihrer Verdienste willen habe Gott vielen Frauen, die zu ihrem Grabe gepilgert seien, in Krankheit und besonders in der Schwangerschaft geholfen.

Ein Archivale aus dem Landesarchiv Baden-Württemberg, Hohenlohe-Zentralarchiv Neuenstein, GA 120 Nr. 2.
Die Digitalisate 17, 19, 21 und 23 zeigen Miniaturen aus dem Leben Adelheids.