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Landeskunde & Bildung >> Präsentationen und Inventare >> Mittelalter und Frühe Neuzeit (bis ca. 1803/06) >> Kaiser Karl IV. und die Goldene Bulle >> Kapitel 2: König und Kurfürsten. Auf dem Weg zur Goldenen Bulle

Kapitel 2: König und Kurfürsten. Auf dem Weg zur Goldenen Bulle

Das traditionelle Verfahren der Königswahl im römisch-deutschen Reich hatte bereits im hohen Mittelalter eine eigene Dynamik entfaltet. Die entscheidende Frage, wer den König wählen sollte, wurde zum Rangkriterium einer neuen fürstlichen Elite, der Kurfürsten.

Nach dem von Eike von Repgow in seinem "Sachsenspiegel" fixierten Recht stand bereits im frühen 13. Jahrhundert den Erzbischöfen von Trier, Mainz und Köln sowie dem Pfalzgraf bei Rhein, dem Herzog von Sachsen und dem Markgraf von Brandenburg das Vorrecht bei der Kur, der Königswahl, zu. Erst im Lauf des 13. Jahrhunderts kam mit dem König von Böhmen noch eine siebte Kurstimme dazu, die mit den Hofämtern der weltlichen Kurfürsten verbunden wurde: der Pfalzgraf bei Rhein diente dem König als Truchsess, der Herzog von Sachsen als Marschall, der Markgraf von Brandenburg als Kämmerer und der König von Böhmen als Mundschenk. Entsprechend wählten die geistlichen Fürsten, weil sie jeweils die Würde des königlichen Kanzlers innehatten: der Erzbischof von Mainz für Deutschland, der Erzbischof von Trier für Gallien, der Erzbischof von Köln für Italien.

Kurfürsten
Thronbild mit Kurfürsten (Herzog August Bibliothek Wolfenbüttel, Cod. Guelf. 82.4 Aug. 2°, fol. 80 r)

In der ersten Hälfte des 14. Jahrhunderts sorgte vor allem der Konflikt zwischen Kaiser Ludwig dem Bayern und der römischen Kurie für eine weitere Profilierung der Kurfürsten. Der 1338 tagende "Kurverein von Rhens" sollte nun für die Entwicklung des Kurfürstenkollegs ebenso bedeutsam werden wie für die Königswahl. Die hier von Kaiser und Kurfürsten vertretene Position, welche die päpstliche Mitwirkung zurückwies und das alleinige Stimmrecht der Kurfürsten verteidigte, fand dann Eingang 1356 in die Goldene Bulle Kaiser Karls IV. Hier sollte von einer Beteiligung des Papstes an der deutschen Königswahl keine Rede mehr sein.

Kurverein von Rhens
Das Bündnis der Kurfürsten im Kurverein von Rhens 1338