Kaiser Karl IV. und die Goldene Bulle

Kapitel 7: Wirkung und Bedeutung der Goldenen Bulle

Ulmer Fragment
Das Ulmer Fragment der Goldenen Bulle (Stadtarchiv Ulm A Urk. Ve. 1356 Januar 10)

Die Wirkung und Bedeutung eines mittelalterlichen Textes ergeben sich auch aus seiner Verbreitung. Zunächst hatte die Goldene Bulle scheinbar wenig Einfluss – sie war aber in den zeitgenössischen Quellen unter allgemeinen Bezeichnungen (lex, constitutio oder edictum) durchaus präsent. Karl IV. selbst nannte sie unser keiserliches rechtbuch. Der heute gängige Name der Goldenen Bulle geht zurück auf die Art der Besiegelung und tauchte während der Absetzung Königs Wenzels im Jahr 1400 zum ersten Mal auf.

Neben den sieben Ausfertigungen sind über 170 mittelalterliche Abschriften gezählt worden. Dabei kursierten neben der lateinischen Fassung auch bald nach 1370 Übertragungen ins Deutsche.