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09.03.2018

Ausstellung: "erfasst, verfolgt, vernichtet. Kranke und behinderte Menschen im Nationalsozialismus"

Kranke und behinderte Menschen gehörten zu den Verfolgten des Nationalsozialismus. Bis zu 400.000 Menschen wurden ab 1934 gegen ihren Willen sterilisiert, etwa 300.000 Männer, Frauen und Kinder ab 1939 im Rahmen der NS-"Euthanasie" in Heil– und Pflegeanstalten ermordet. Im Jargon der NS–Rassenhygieniker handelte es sich bei den Tötungsaktionen um die "Vernichtung lebensunwerten Lebens."

Auch in Württemberg kam es zur systematischen Ermordung von Kranken und Behinderten. Als Tötungsanstalt diente seit Januar 1940 ein früheres Behindertenheim in Grafeneck auf der Schwäbischen Alb. Diese Einrichtung wurde reichsweit als erste Anstalt mit einer Gaskammer ausgestattet. Über 10.000 Menschen kamen darin um.

Das Hauptstaatsarchiv Stuttgart zeigt vom 14. März bis zum 27. April 2018 die Ausstellung "erfasst, verfolgt, vernichtet. Kranke und behinderte Menschen im Nationalsozialismus", die von der "Deutschen Gesellschaft für Psychiatrie und Psychotherapie, Psychosomatik und Nervenheilkunde (DGPPN)" konzipiert wurde. Ergänzt wird die Präsentation durch zahlreiche originale Dokumente zu den Euthanasieverbrechen in Württemberg, die großteils noch nie in der Öffentlichkeit zu sehen waren.

Zu den schwäbischen Euthanasieopfern zählte Magdalene Maier–Leibnitz, die Nichte des ersten Ministerpräsidenten von Baden-Württemberg Reinhold Maier. Über ihr dramatisches Schicksal referiert am 14. März 2018 Dr. Gudrun Silberzahn–Jandt, die 2015 mit einer grundlegenden Studie zur Zwangssterilisation und Euthanasie in Esslingen hervorgetreten ist.

Der Eintritt zur Veranstaltung ist frei.


Kontakt:
Hauptstaatsarchiv Stuttgart
Konrad–Adenauer–Str. 4
70173 Stuttgart
Tel. 0711⁄212–4335
Email: hstastuttgart@la-bw.de
Internet: https://www.landesarchiv-bw.de/web/62540.


Tags:

Hauptstaatsarchiv Stuttgart, Pressemitteilung, 20. Jahrhundert