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Aktuelles >> Presse/Berichte >> Die Aufarbeitung der Heimerziehung wird ausgeweitet

Die Aufarbeitung der Heimerziehung wird ausgeweitet

Das Landesarchiv Baden-Württemberg und die Anlaufstelle der Stiftung Anerkennung und Hilfe beim Sozialverband VdK Baden-Württemberg e.V. in Stuttgart beginnen die gemeinsame Arbeit mit einer Informationsoffensive

Logo der Initiative: Aufarbeiten, was geschah

Das Landesarchiv Baden-Württemberg und der Sozialverband VdK-Baden-Württemberg e.V. kooperieren in der Aufarbeitung des Unrechts und Leids, welches Menschen in stationären Einrichtungen der Behindertenhilfe sowie in stationären psychiatrischen Einrichtungen zwischen 1949 und 1975 widerfahren ist. Die Anlaufstelle der Stiftung Anerkennung und Hilfe unterstützt die ehemaligen Heimkinder bei der Beantragung von Entschädigungsleistungen, während das Landesarchiv in einem von der Baden-Württemberg Stiftung finanzierten Projekt die Recherche nach biografischen Dokumenten und Informationen übernimmt und so die Anlaufstelle und die Betroffenen unterstützt.

"Das Landesarchiv sieht seine Aufgabe sowohl in der wissenschaftlichen Aufarbeitung als auch in der Unterstützung derjenigen Menschen, die in Baden-Württemberg noch heute unter ihren Erfahrungen leiden. Seit 6 Jahren unterstützen wir ehemalige Heimkinder bei der biografischen Recherche und freuen uns, dass wir unser Engagement nun fortführen und ausweiten können", so der Präsident des Landesarchivs Prof. Dr. Gerald Maier.

Landeskirchliches Archiv Stuttgart, Kindermedizin P844800010 (Fotograf Hermann Weishaupt): Krankenschwester verabreicht einem Mädchen Lebertran.
Krankenschwester verabreicht einem Mädchen Lebertran. Abbildung: Landeskirchliches Archiv Stuttgart, Kindermedizin P844800010 (Fotograf Hermann Weishaupt)

"Die bisherige Arbeit der Anlaufstelle der Stiftung Anerkennung und Hilfe zeigt, dass Personen, die in Behinderteneinrichtungen oder Psychiatrien untergebracht waren, heute besonders schwer zu erreichen sind", betont Stefan Pfeil vom Sozialverband VdK Baden-Württemberg. "Es ist deshalb wichtig, die Möglichkeit der Anerkennungsleistungen durch die Stiftung Anerkennung und Hilfe bei Betroffenen noch bekannter zu machen." Da viele Betroffene noch immer Unterstützung benötigen, ist eine enge Kooperation mit heutigen Trägern und Einrichtungen der Psychiatrie und Behindertenhilfe für eine umfassende Aufarbeitung und Anerkennung der Betroffenen entscheidend.

Seit 1. Januar 2017 können sich Betroffene bei der Stiftung Anerkennung und Hilfe melden. Die Stiftung fördert die wissenschaftliche Aufarbeitung der Leids- und Unrechtserfahrungen und die individuelle Anerkennung und Unterstützung durch finanzielle Hilfe. Die Laufzeit der Stiftung wurde bis Ende 2020 verlängert: Bei der Anlaufstelle der Stiftung Anerkennung und Hilfe haben sich bisher ca. 500 Betroffene gemeldet und um Recherchen gebeten.

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