Ausstellung

Fidelis von Sigmaringen

Highlights der Ausstellung

Zu den kostbarsten Objekten, die in der Ausstellung zu sehen sind, gehört ein Reliquiar aus dem Besitz der Fürsten von Hohenzollern. Das 1731 von dem Augsburger Goldschmied Johann Caspar Lutz geschaffene Behältnis birgt in einem filigranen Netz aus silbernen Fäden einen Rückenwirbel des heiligen Fidelis, dessen Gebeine in der Domkirche zu Chur beigesetzt sind. Das Reliquienbehältnis ist nicht nur wegen seiner aufwändigen und kunstvollen Bearbeitung bemerkenswert. Es steht auch für das erfolgreiche Bemühen des Stifters Fürst Joseph Friedrich von Hohenzollern-Sigmaringen um die Etablierung der Fidelisverehrung in seiner Residenzstadt Sigmaringen. Leihgeber und Aufnahme: Privat

Das Notizbuch verzeichnet zwischen 1732 und 1736 mehrere hundert Fälle totgeborener Kinder, denen die Taufe noch gespendet werden konnte, nachdem sie der Fürsprache des seligen Märtyrers Fidelis anvertraut worden waren. Die Herkunftsorte der Eltern zeigen die beachtliche regionale Strahlkraft, die von den Reliquien ausging. Leihgeber: Privat; Aufnahme: Staatsarchiv Sigmaringen

In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts bildete sich in der Geburtsstadt des Heiligen die trotz einiger Krisen lebendig gebliebene Tradition der feierlichen Fidelisprozession heraus. Die Aufnahme des Sigmaringer Fotoateliers Kugler gehört zu einer Serie von 29 Fotografien aus den Jahren 1933, 1934 und 1936. Sie veranschaulicht die tiefe Verwurzelung der Fidelisverehrung in der Kleinstadt an der oberen Donau. Selbst die nationalsozialistischen Machthaber scheuten davor zurück, offen gegen den populären katholischen Festtag vorzugehen. Anfangs nahmen sogar noch SA-Formationen aktiv an der Prozession teil. Ungeachtet einschlägiger Verbote konnte die Fidelisprozession bis 1944 in Sigmaringen durchgeführt werden. Vorlage und Aufnahme: Staatsarchiv Sigmaringen