13.11.2026 10:00 Uhr - 15:00 Uhr
Foto: Diana Kail
Was geschieht, wenn nicht nur Einzelne Verbrechen begehen, sondern die Justiz selbst zum Instrument staatlichen Unrechts wird? Zwischen 1933 und 1945 stellten Staatsanwälte und Richter an den nationalsozialistischen Sondergerichten die Justiz in den Dienst des Regimes, verfolgten politische Gegnerinnen und Gegner und trugen zur Unterdrückung der Bevölkerung bei. Eines dieser Gerichte hatte seinen Sitz in Mannheim. Seine Akten lagern heute im Generallandesarchiv in Karlsruhe.
Die Akten des Sondergerichts Mannheim machen die Mechanismen des "Scheinrechtsstaats" im Detail sichtbar. Sie dokumentieren juristische Entscheidungen und Verfahrensabläufe, enthalten aber auch Vernehmungen, Briefe und Fotografien, die unmittelbare Einblicke in das Leben unter der NS-Herrschaft geben.
Im Tagesworkshop "Justiz und Nationalsozialismus" erforschen die Teilnehmenden selbst verschiedene "Sondergerichtsfälle" aus Karlsruhe während der NS-Zeit. Der Workshop richtet sich an alle Interessierten ab 16 Jahren und ist kostenlos. Vorkenntnisse sind nicht erforderlich. Nach einer Führung durch das Archivmagazin und einer interaktiven Einführung in die Thematik rekonstruieren Kleingruppen anhand von Originalquellen und ergänzenden Materialien jeweils ein Gerichtsverfahren. Anschließend präsentieren und diskutieren die Teilnehmenden ihre Ergebnisse und erarbeiten gemeinsam die Merkmale der NS-Strafjustiz. Den Abschluss bildet ein Gespräch über die Bedeutung von Justiz und Rechtsstaatlichkeit für die Demokratie.
Ansprechpartnerin: Diana Kail
Anmeldung und Fragen: workshop.sondergerichte@gmx.de