Der Schöpflin-Preis 2026 geht an Diana Kail

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ehemaliges Land- und Amtsgerichtsgebäude in der Seminarstraße 3 in Heidelberg; copyright Stadtarchiv Heidleberg BILDA 884; 600x600px; Diana Kail; Schöpflin-Preis 2026
Vorderansicht Gebäude GLA 
Foto: Dirk Altenkirch

19.05.2026 19:00 Uhr

ehemaliges Land- und Amtsgerichtsgebäude in der Seminarstraße 3 in Heidelberg; copyright Stadtarchiv Heidleberg BILDA 884; 600x600px; Diana Kail; Schöpflin-Preis 2026
Das ehemalige Land- und Amtsgerichtsgebäude in der Seminarstraße 3 (Aufnahme um 1927) war einer der Sitzungsorte des Erbgesundheitsgerichts Heidelberg
© Stadtarchiv Heidelberg BILDA 884

Zum ersten Mal vergibt der Förderverein des Generallandesarchivs Karlsruhe e.V. den Schöpflin-Preis für eine Masterarbeit statt für eine Dissertation: Frau Diana Kail M.A. erhält die Auszeichnung für ihre Heidelberger Abschlussarbeit "Das Heidelberger Erbgesundheitsgericht. Tätigkeiten und Akteure 1934 bis 1944". Die öffentliche Preisverleihung findet am Dienstag, den 19. Mai 2024, um 19 Uhr, im Generallandesarchiv Karlsruhe statt.

Diana Kail analysiert in ihrer Masterarbeit die Rechtsprechung des Erbgesundheitsgerichts Heidelberg von 1933 bis 1945. Die Erbgesundheitsgerichte entschieden auf der Grundlage des "Gesetzes zur Verhütung erbkranken Nachwuchses" vom 14. Juli 1933 über Zwangssterilisationen. Besetzt waren sie mit einem juristischen Vorsitzenden und zwei ärztlichen Beisitzern. Die Studie von Frau Kail weist für Heidelberg eine besonders rigide Praxis nach: im Verhältnis wurden hier mehr Menschen gegen ihren Willen sterilisiert als im Landes- oder Reichsdurchschnitt. Kennzeichnend für die Gerichtsverfahren waren die strukturelle Benachteiligung der Betroffenen und eine Entscheidungspraxis, welche die soziale Zugehörigkeit zur nationalsozialistischen "Volksgemeinschaft" über medizinische Befunde stellte.

Diana Kail studierte Geschichte und Global History in Heidelberg. Nach einer Tätigkeit als wissenschaftliche Mitarbeiterin im EVZ-geförderten Projekt "Denunziation – Repression – Verfolgung. Politischer Dissens und Alltagskriminalität vor den NS-Sondergerichten 1933-1945" widmet sie sich derzeit als Stipendiatin der Landesgraduiertenförderung ihrer Dissertation.

Der Schöpflin-Preis des Fördervereins des Generallandesarchivs Karlsruhe wird seit 2008 an die Verfasser herausragender akademischer Abschlussarbeiten vergeben, die unter maßgeblicher Verwendung der Quellen des Generallandesarchivs Karlsruhe entstanden sind.