24.02.2026 18:00 Uhr
Vortrag von Karl Banghard, Leiter des Archäologischen Freilichtmuseums Oerlinghausen
Mythen und Ideologien haben das Bild der Germanen jahrhundertelang verzerrt. Rechtsextremisten und völkische Kreise pflegen im Rahmen ihres Kulturkampfes bis heute ein ewiggestriges Germanenbild mit dem Wissensstand der NS-Zeit. Davon lebt ihre Ideologie – vom Konstrukt eines geradezu mythisierten Germanentums, das von Bildern wie Kriegertum, Härte, bäuerliche Sesshaftigkeit und genetische Reinheit dominiert wird. Wie bei keinem anderen politischen Lager spielt Geschichtspolitik bei der extremen Rechten eine zentrale Rolle. Fakt ist jedoch, dass der Weg vom Kult um die Germanen über das völkische Denken bis zum Antisemitismus und zum Holocaust kurz war.
Karl Banghard, Autor des 2025 erschienenen Spiegel-Bestsellers "Die wahre Geschichte der Germanen", wird in seinem Vortrag auf Basis der aktuellen archäologischen Funde mit dem immer noch durch Mythen der völkischen Ideologie geprägten Germanenbild aufräumen. Die extrem rechten Reaktionen darauf bieten aufschlussreiche Einblicke in die geschichtspolitische Agenda dieses Spektrums.
Banghard leitet seit über 20 Jahren das Archäologische Freilichtmuseum Oerlinghausen, das 1936 als das erste germanische Freilichtmuseum der Welt eröffnet wurde. Banghard, der Prähistorische und Christliche Archäologie sowie Mongolistik studiert hat, verantwortete später unter anderem den Aufbau des neuen Pfahlbaumuseums am Bodensee.
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