27.02.2026 19:00 Uhr - 21:00 Uhr
mit Sextetten von Carl Friedrich von Löwenstein-Wertheim-Freudenberg, Ludwig van Beethoven, Franz Krommer u.a.
Das musikalischste Mitglied des Fürstenhauses Löwenstein-Wertheim war zweifelsfrei Carl Friedrich aus der Linie Freudenberg. Im ehemaligen Augustinerchorherrenstift Triefenstein entfaltete er ab 1814 ein sehr umtriebiges Musikleben. Aus musikalisch talentierten Bediensteten schuf er ein Orchester, das jede Woche auf Schloss Triefenstein ein Konzert gab. Bei freiem Eintritt war die Bevölkerung der umliegenden Ortschaften eingeladen vielfältige Programme , die von der Solosonate bis zur Oper alle Musikgattungen umfassten, zu erleben.
Bei seinen musikalischen Aktivitäten wurde Carl Friedrich zu Löwenstein tatkräftig unterstützt durch seinen Kompositionslehrer, den letzten Würzburger Hofkapellmeister, Friedrich Witt. Von der engen Zusammenarbeit zeugen zahlreiche Bearbeitungen Witts für das Triefensteiner Orchester, aber auch viele Originalkompositionen, speziell für die Bläser, die Harmoniemusik.
Ergänzt wurde dieses Repertoire durch Musikalien, die in den kulturellen Metropolen wie Frankfurt oder Wien erworben wurden. Ein erhaltenes Inventarverzeichnis listet diese Noten auf und zeigt das weitgefächerte Interesse an Neuem, das damals auf Triefenstein geherrscht hat.
Deshalb erklingen in dieser „Fürstlichen Soiree“ nicht nur Werke von Friedrich Witt und Carl Friedrich zu Löwenstein, sondern auch Kompositionen des böhmischen Musikers Franz Krommer, des Wiener Verlegers Franz Anton Hoffmeister, der aus Rottenburg am Neckar stammt, und von Ludwig van Beethoven, der im gleichen Jahr das Licht der Welt erblickte wie sein fränkischer Kollege Friedrich Witt.
Somit spiegelt dieser Abend einen Zeitabschnitt wider, als in einer damals strukturschwachen Region Kultur auf hohem Niveau praktiziert und für alle zugänglich gemacht wurde.
In der Fürstlich Löwensteinischen HofMusic haben sich Musiker zusammengefunden, die das reiche musikalische Erbe Süddeutschlands wach und lebendig halten wollen. Die Künstler, die als Profimusiker und Pädagogen tätig sind, forschen in Bibliotheken und Archiven und recherchieren dort nach „vergessenen“ Werken süddeutscher Komponisten sowie nach Musikern fränkischer Herkunft. Die dort gemachten „Ausgrabungen“ und „Fundsachen“ hat das Ensemble schon in zahlreichen Konzerten einem interessierten Publikum nähergebracht und so neue Aspekte der fränkischen Musikgeschichte aufgezeigt. Harmoniemusik mit sechs oder acht Bläsern gehört zum festen Repertoire dieses Ensembles, dessen Ziel es auch ist, Musik an jenen Orten aufzuführen, die in einem Bezug zum Komponisten oder dem Werk stehen. So entstand auch der Name dieses Ensembles: das Inventar der historischen Hofmusic der Fürsten zu Löwenstein-Wertheim spiegelt die musikalische Vielfalt Frankens wider, die durch die heutigen Musiker und mit Unterstützung der Fürstlichen Familie in Konzerten im Marmorsaal des Schlosses Kleinheubach hörbar gemacht wird. So ist aus einem historischen Erbe eine kulturelle Aufgabe entstanden!
Die zunehmenden Konzertverpflichtungen haben auch den Forschungsradius der Fürstlich Löwensteinischen HofMusic ausgeweitet und so stehen insgesamt die Werke für klassische Harmoniemusik aus der Zeit von 1750 bis 1850 auf den Konzertprogrammen dieses Ensembles.
Die Fürstlich Löwensteinische HofMusic ist nicht nur ständiger Gast bei den „Tölzer Serenaden“, dem „Musikzauber Franken“ und der Konzertreihe „Musik in fränkischen Schlössern“, sondern auch beim „Musiksommer zwischen Inn und Salzach“ und den „Rosetti-Festtagen“ sowie dem "Hohenloher Kultursommer", dem "Mozartfest Würzburg" und dem „Internationalen Musikfest Kreuth“.
Eintritt: 25,-€ / 20,-€, Ermäßigungen für Schüler, Studenten, Azubis, FN-Card, Familienpass der Stadt Wertheim, Schwerbehinderte
Programm
| Franz KROMMER (1759–1831) | Partita in Es-Dur |
| Friedrich WITT (1770–1836) | Quintett Nr. 1 für 2 Klarinetten, 2 Hörner und Fagott |
| Ludwig van BEETHOVEN (1770–1827) | Sextett op. 71 |
| Franz Anton HOFFMEISTER (1754–1812) | Variationen (Quelle: Gesellschaft der Musikfreunde Wien) |
| Carl Friedrich zu LÖWENSTEIN (1781–1852) | Harmoniemusik Nr. 6 |
| Friedrich WITT (1770–1836) | Concertante F-Dur |
Ausführende: Fürstlich Löwensteinische HofMusic
| Hans ERNST, Eberhard KNOBLOCH | Klarinette |
| Aleksandar CRNOJEVIC, Simon ZEHENTBAUER | Naturhorn |
| Ellen HENNEN, Hans-Peter VOGEL | Fagott |
Veranstalter: Kulturkreis Wertheim in Verbindung mit dem Archivverbund Main–Tauber und dem Historischen Verein Wertheim.
Weitere Informationen erhalten sie beim
Staatsarchiv Wertheim
Bronnbach 19
D–97877 Wertheim
Telefon: +49 9342 91592–0
Telefax: +49 9342 91592–30
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