Erinnern, Verdrängen, Vergessen – Sigmaringen und die deutsch-französischen Erinnerungsorte (Online-Vortrag)

Termin

Sogenannter Spiegelsaal im Staatsarchiv Sigmaringen (Foto F. Gross)
Sogenannter Spiegelsaal im Staatsarchiv Sigmaringen (Foto F. Gross)
19.04.2021 20:00 Uhr

Vortrag von Prof. Dr. Etienne François, Berlin

In den 1980er Jahren entstand in Frankreich unter der Ägide des Historikers Pierre Nora das mehrbändige Werk Erinnerungsorte (Lieux de mémoire), dessen Ziel es war, Spuren im kollektiven Gedächtnis zu sichern und zu einer typischen Repräsentation der französischen Identität zu gelangen. Dieses auf die Geschichte Frankreichs bezogene Geschichtswerk hat Étienne François, emeritierter Professor für Geschichtswissenschaft an der Sorbonne sowie der Freien Universität Berlin, schon sehr bald auf den deutschen Kontext übertragen: Gemeinsam mit Hagen Schulze gab er ab 2001 das dreibändige Werk Deutsche Erinnerungsorte heraus. Kürzlich weitete er den Blick über nationale Grenzen hinaus auf eine europäische Dimension durch die gemeinsam mit Thomas Serrier (Université de Lille) verantwortete Herausgabe des ebenfalls dreibändigen Werks Europa. Die Gegenwart unserer Geschichte. Was er in dessen Einleitung schreibt – „Die europäischen Erinnerungsorte sind durch vielfältige Wechselbezüge und Spiegelungen miteinander verbunden und können deshalb nicht unabhängig voneinander existieren.” – gilt zweifellos auch für den deutsch-französischen Kontext, in dem Orte wie Versailles, Aachen, Potsdam, Verdun und Reims längst als Orte der gemeinsamen Geschichte beider Länder gelten.

Etienne François wird in seinem Vortrag auf die Möglichkeiten und Schwierigkeiten einer deutsch-französischen Erinnerung der gemeinsamen Geschichte eingehen und im Gespräch mit Prof. Dr. Clemens Klünemann (Institut für Kulturmanagement der Pädagogischen Hochschule Ludwigsburg) die Bedeutung Sigmaringens als deutsch-französischer Erinnerungsort skizzieren und die Unterschiede, die Ähnlichkeiten und die Verbindung zwischen den französischen und deutschen "Erinnerungskulturen" thematisieren.

Die gemeinsame Veranstaltung des Staatsarchivs Sigmaringen und des Hohenzollerischen Geschichtsvereins ist Teil des Kulturschwerpunkts Erinnern des Kreiskulturforums Sigmaringen.

Interessenten an einer Teilnahme werden gebeten, sich bis zum 14. April 2021 per Email an stasigmaringen@la-bw.deanzumelden.

Weitere Informationen und die Zugangsdaten für die Teilnahme erhalten Sie nach der Anmeldung rechtzeitig vor Beginn der Veranstaltung. Die Teilnehmerzahl ist begrenzt.


Schlagworte

Tags:

Vortrag, Staatsarchiv Sigmaringen, Fachöffentlichkeit, Schule und Bildung, Mobilitätsgeschichte, Ortsgeschichte, Übergreifend, Bildungsarbeit, Landeskunde, 19. Jahrhundert, 1933-1945 , 20. Jahrhundert