"Wenn der Krieg verloren geht, ..." - Das Ende des Zweiten Weltkriegs in Tauber- und Mainfranken

Die zerstörte Mainbrücke unterhalb der Wertheimer Burg (Vorlage: StAWt A-57 II, Finkealben 1945, S. 5 Mainbrücke)
Die zerstörte Mainbrücke unterhalb der Wertheimer Burg (Vorlage: StAWt A-57 II, Finkealben 1945, S. 5 Mainbrücke)
22.01.2020 19:30 Uhr

Vortrag von Dr. Daniel Karch, Münnerstadt

Die zerstörte Mainbrücke unterhalb der Wertheimer Burg (Vorlage: StAWt A-57 II, Finkealben 1945, S. 5 Mainbrücke)
Die zerstörte Mainbrücke unterhalb der Wertheimer Burg (Vorlage: StAWt A-57 II, Finkealben 1945, S. 5 Mainbrücke)

Am Mittwoch, den 22. Januar 2020, um 19.30 Uhr, starten der Archivverbund Main-Tauber und der Historische Verein Wertheim in ihr Veranstaltungsjahr 2020. Das Programm wird einen deutlichen Schwerpunkt auf der NS-Zeit und dabei vor allem auf dem Ende des Zweiten Weltkriegs haben. Anlässe hierfür sind die Erinnerung an das Kriegsende vor 75 Jahren sowie an die Bemühungen in der Stadt Wertheim, eine Gedenkstätte für die Ereignisse der Kar- und Ostertage 1945 zu errichten.

Als auch Tauber- und Mainfranken in den letzten Monaten des Zweiten Weltkriegs (erstmals nach 1866) zum Kriegsschauplatz wurde, war zwar militärisch längst klar, dass dieser Krieg „verloren geht“. Dennoch wurde von jedem Deutschen erwartet, dass er „jedes Opfer, das von ihm gefordert wird und werden muss, auf sich nimmt.“ Mit solch fanatischen Durchhalteparolen, mit Gewalt und einer zutiefst menschenverachtenden Einstellung steuerte die NS-Führung das Land in den Untergang.

Der Vortrag blickt auf die Endphase des einst so fern scheinenden Krieges, der spätestens seit Ende März 1945 für die Bewohner Tauber- und Mainfrankens immer gegenwärtigere Formen annahm. Bis zuletzt wehrte man sich auch hier noch (oft blindwütig) gegen die Niederlage. Obwohl der Krieg längst entschieden war, starben in keiner Phase so viele Soldaten wie in diesen letzten Monaten. Hinzu kamen die fast täglichen Luftangriffe, welche immense Verwüstungen nach sich zogen und zahlreiche zivile Opfer forderten, sowie der bis zuletzt schier unerbittliche Terror des NS-Regimes, Hunger und Not, Flucht und Vertreibung.

Dr. Daniel Karch, Münnerstadt
Dr. Daniel Karch, Münnerstadt

Dr. Daniel Karch wurde 1978 in München geboren. Nach der Schulzeit in Bad Königshofen im Grabfeld, dem Abitur sowie der Wehrdienstzeit in Mellrichstadt und Ulm studierte er Germanistik, Geschichte, Politik- und Sozialwissenschaften an der Julius-Maximilians-Universität Würzburg mit Magister- und Staatsexamen 2005/06. Es schloss sich en Promotionsstudium in Neuerer und Neuester Geschichte an. Seit 2008/09 ist er Gymnasiallehrer im staatlichen Schuldienst; derzeit Studienrat am Johann-Philipp-von-Schönborn-Gymnasium in Münnerstadt. Seine Forschungsschwerpunkte liegen auf der Gewaltgeschichte des 19. und 20. Jahrhunderts sowie filmischen Quellen in der historischen Forschung und dem Geschichtsunterricht.

Der Wertheimer Künstler Johannes Schwab hat im Auftrag der Stadt Wertheim ein Konzept zur Realisierung der Gedenkstätte in Wertheim entwickelt. Kernstück ist eine 5,5 m hohe Glas-Stele, die mit Bürgerengagement realisiert wird. Ein etwa 2 m hohes Modell dieser Stele wird an diesem Vortragsabend ausgestellt sein. Im Anschluss an den Vortrag wird der Künstler das Konzept der Gedenkstätte persönlich vorstellen.

Eintritt: frei

VA: Archivverbund Main–Tauber in Verbindung mit dem Historischen Verein Wertheim

Weitere Informationen erhalten sie beim
Staatsarchiv Wertheim
Bronnbach 19
D–97877 Wertheim
Telefon: 09342/91592–0
Telefax: 09342/91592–30
E–Mail: stawertheim@la-bw.de


Tags:

Vortrag, Staatsarchiv Wertheim, 20. Jahrhundert