Neue Forschungen: Philipp Reiter, ein Wertheimer Zeitzeuge der Badischen Revolution 1848/49

Kasemattengefangene; Reiter sitzt lesend im Hintergrund rechts (Vorlage: UB Basel NL 57 A VI Drucksachen; Foto: Dieter Zeh, Grenzach-Wyhlen)
Kasemattengefangene; Reiter sitzt lesend im Hintergrund rechts (Vorlage: UB Basel NL 57 A VI Drucksachen; Foto: Dieter Zeh, Grenzach-Wyhlen)
20.10.2020 19:30 Uhr

Vortrag von Dieter Zeh, Grenzach-Wyhlen

Philipp Reiter beteiligte sich 1848 am gescheiterten Aufstand Friedrich Heckers und suchte dann Zuflucht im schweizerischen Aarau. 1849 war er in der Revolutionsarmee als Kriegskommissar eingesetzt. In der Festung Rastatt hatte er die bedeutende Funktion eines Proviantmeisters inne. Nach der Kapitulation war er wie viele seiner Leidensgenossen in den Kasematten der Festung eingekerkert. Er wurde schließlich zu zehn Jahren Zuchthaus verurteilt. Ein Gnadenerlass ermöglichte ihm die Auswanderung nach Nordamerika.

Auskunft über diese Ereignisse geben über 80 Briefe, die der Referent Dieter Zeh eher zufällig in der Universitätsbibliothek Basel entdeckte. Dort erforschte er den Nachlass des aus Wertheim stammenden Musikers und Komponisten Ernst Reiter, dem älteren Bruder Philipp Reiters, an den ein Teil der Briefe gerichtet ist. Diese bisher unveröffentlichten und nicht ausgewerteten Briefe zeichnen – zusammen mit den Gerichtsakten im Generallandesarchiv Karlsruhe – das facettenreiche Portrait einer bisher wenig beachteten Persönlichkeit der Badischen Revolution.

Dieter Zeh, geboren 1942 in Wertheim, wohnt im südbadischen Grenzach-Wyhlen. Nach Abitur und Studium war er als Schul- und Kirchenmusiker tätig. Schwerpunkt seiner musikwissenschaftlichen Tätigkeit ist die Wiederentdeckung und Publizierung zu Unrecht vergessener Werke. Ganz besonders widmet er sich Komponisten, die in Wertheim tätig waren oder von dort stammten. Bei diesen Arbeiten stieß er über Ernst Reiter auf dessen Bruder Philipp.

Dieter Zeh, Grenzach-Wyhlen
Dieter Zeh (Vorlage: Dieter Zeh, Grenzach-Wyhlen)

Eintritt: frei

VA: Archivverbund Main–Tauber in Verbindung mit der VHS Wertheim und dem Historischen Verein Wertheim

Weitere Informationen erhalten sie beim
Staatsarchiv Wertheim
Bronnbach 19
D–97877 Wertheim
Telefon: 09342/91592–0
Telefax: 09342/91592–30
E–Mail: stawertheim@la-bw.de


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Vortrag, Staatsarchiv Wertheim, 19. Jahrhundert