"Sein Beitrag im Widerstand […] ist mir ein Leitbild für mein Leben."

Susanne Riveles
Susanne Riveles
06.11.2019 18:00 Uhr

Das Generallandesarchiv Karlsruhe lädt in Kooperation mit der Projektgruppe "NS in Karlsruhe" am Mittwoch, den 6. November 2019, um 18 Uhr zu einem Vortrag von Benjamin Hellinger über den Arzt und Widerstandskämpfer Johannes Kreiselmaier ein, der im Ersten Weltkrieg als Feldsanitäter im Karlsruher Feldlazarett 2 im badischen Armeekorps gedient hatte. Im Anschluss an den Vortrag wird die Tochter Kreiselmaiers, Susanne Riveles, über die Hinrichtung ihres Vaters und die Auswirkungen auf ihren weiteren Lebensweg berichten, der sie mit Martin Luther King sowie mit Winnie und Nelson Mandela zusammenführte.


Im Rahmen des schulübergreifenden Seminarkurses "NS in Karlsruhe" verfasste Benjamin Hellinger seine wissenschaftliche Arbeit über den kommunistischen Widerstandskämpfer Dr. Johannes Kreiselmaier, der 1892 in Oberndorf in der Pfalz geboren wurde. 1943 entschloss sich Kreiselmaier, aktiv dem kommunistischen Widerstand beizutreten und schloss sich der Saefkow-Jakob-Bästlein-Gruppe an. Am 27. November wurde Johannes Kreiselmaier nach einem Urteil des Volksgerichtshofs hingerichtet. Obwohl Kreiselmaier nicht direkt in Karlsruhe wirkte, gibt es einen lokalen Bezugspunkt: Er besuchte Zeit seines Lebens die Familie seiner Schwester in der Karlsruher Moltkestraße.

Dr. Susanne Riveles musste als Siebenjährige die Verhaftung ihres Vaters erleben. Dessen Hinrichtung wurde zum Schlüsselerlebnis für ihr weiteres Leben. 1961 lernte sie in Berlin Martin Luther King kennen, mit dem sie weiterhin in Kontakt blieb. Sie verfasste ihre universitäre Abschlussarbeit über die Berichterstattung über KZ-Prozesse in der bundesrepublikanischen Tagespresse, arbeitete für Amnesty International und gründete die Southern Africa Coordination Group, wo sie auch Nelson und Winnie Mandela begegnete.

1991 wurde sie mit einer Arbeit über Südafrikanische Menschenrechtsverletzungen in Namibia promoviert. Zwischen 1992 und 1995 leitete sie ein Projekt des Roten Kreuzes in den National Archives der USA. Mit 37 Mitarbeitern erfasste sie 450.000 Namen von Kriegs- und Konzentrationslager-Opfern, die auch Yad Vashem und dem Internationalen Suchdienst in Arolsen vorher unbekannt waren. 2009 konzipierte sie zusammen mit weiteren Kindern von Widerstandskämpfern die Ausstellung "Berliner Arbeiterwiderstand".


Ort: Generallandesarchiv Karlsruhe, Nördliche Hildapromenade 3, 76133 Karlsruhe

Termin: Mittwoch, 6. November 2019, 18 Uhr

Eintritt frei


Tags:

Vortrag, Generallandesarchiv Karlsruhe, 20. Jahrhundert