Kinderhexenprozesse in den hohenzollerischen Herrschaften

Kinderhexen aus Francesco Guazzo: Compendium maleficarum, Mailand 1608 (Wikimedia)
Kinderhexen aus Francesco Guazzo: Compendium maleficarum, Mailand 1608 (Wikimedia)
27.05.2019 20:00 Uhr

Vortrag von Professor Dr. Johannes Dillinger, Oxford

Hohenzollern erlebte eine Reihe von Hexenprozessen. In einigen dieser Prozesse wurden Kinder als Hexen angeklagt. Der Gedanke erscheint grotesk, dass Kinder einen Pakt mit dem Teufel haben, am den geheimen Zusammenkünften von Satansdienern teilnehmen und ihre Nachbarn verzaubern könnten. Dennoch war die Angst vor Kinderhexen nicht nur in Hohenzollern ein fester Bestandteil des Hexenglaubens. Der Vortrag untersucht, wie Hexereiverdacht gegen Kinder entstehen konnte. Er diskutiert, wie die Gerichte Hohenzollern–Hechingens und Hohenzollern–Sigmaringens mit den verdächtigen Kindern umgingen. Dabei wird auch auf die politischen Aspekte der Hexenverfolgung eingegangen. Insbesondere wird gefragt, welche Rolle die Kinderhexen Hohenzollerns in ihren Familien und in den Dorfgemeinschaften einnahmen.

Professor Dr. Johannes Dillinger ist Universitätsprofessor für die Geschichte der Frühen Neuzeit in Oxford. Daneben ist er Außerordentlicher Professor für die Geschichte der Neuzeit und Landesgeschichte an der Johannes Gutenberg Universität Mainz. Für herausragende Leistungen in der Hexenforschung,ist der nicht zuletzt durch zahlreiche TV Interviews bekannt gewordene Historiker mit dem Friedrich–Spee–Preis ausgezeichnet worden.


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Vortrag, Staatsarchiv Sigmaringen, Mittelalter und Frühe Neuzeit (bis 1806)