Die Donau — 2900 km Lebenssituationen

Blick über die Donau nach Ulm 1810 (Vorlage: Institut für donauschwäbische Geschichte und Landeskunde Tübingen)
Blick über die Donau nach Ulm 1810 (Vorlage: Institut für donauschwäbische Geschichte und Landeskunde Tübingen)
11.03.2019 20:00 Uhr

Literaturlesung aus der Anthologie "Der Fluss" mit Dr. Olivia Spiridon, Tübingen

Die Donau steht im Mittelpunkt einer Lesung der Literaturwissenschaftlerin Dr. Olivia Spiridon vom Institut für donauschwäbische Geschichte und Landeskunde in Tübingen, die das von ihr herausgegebene Buch "Der Fluss. Eine Donau-Anthologie der anderen Art" vorstellt.

Anhand ausgewählter Texte und Illustrationen aus dem Buch beschäftigt sich Spiridon mit der Wechselwirkung zwischen Mensch und Fluss und fragt, wie sich der Strom auf die Lebenswelten der Menschen auswirkt und, umgekehrt, was Letztere mit ihm anstellen. Wie lebte man in einer Donau–Stadt und wie hat sich dieses Leben im Lauf der Zeit verändert? Welche sind die wirtschaftlichen und sozialen Auswirkungen des Baus einer großen Donaubrücke? Wie unterschiedlich gestalten sich die Lebensräume der Menschen am oberen Donaulauf im Vergleich zur Mündung?

Die Donau ist ein Fluss, mit dem sich die unterschiedlichsten Agenden, Erzählungen und Traditionen verbinden: Sie "führt Dinge mit sich, die unvereinbar erscheinen", sie "verträgt keine Hegemonie", ist eine Grenze "wie eine Mauer", sie ist "ein Gott", "das Ganze", "eine Fremdlingin", aber auch "die tiefsinnigste, klügste Erzählung, die uns die Geografie unseres Kontinents bietet". Diese Einblicke beim Durchblättern der Anthologie verdeutlichen: Wir haben es mit einem ungewöhnlichen Strom zu tun. Er bildet die Klammer für eine schwierige Großregion und in ihm sind Sinngebungen von Geschichte und Raum gelagert, die angesichts der hohen Anzahl an Regionen und Ländern nicht unterschiedlicher sein könnten. Das Buch lädt zu einer Reise ein, doch folgen die ausgewählten Texte nicht der Ordnung des Flusslaufs. Darin ist unter anderem die "andere Art" dieser Anthologie begründet. Um der Vielfalt der Donau gerecht zu werden, sind verschiedene thematische Zusammenhänge ausgewählt worden, die mit literarischen und Reise–Texten aus verschiedenen Perspektiven beleuchtet wurden. So entstanden die 23 Kapitel des Buches, wie zum Beispiel "Quelle", "Hochwasser", "Brücken", "Stadtlandschaften", "Krieg", "Niederlagen", "Flucht und Verfolgung", "Farben" und "Delta".


Tags:

Sonstige Veranstaltung, Staatsarchiv Sigmaringen, Übergreifend