Die Revolution 1918/19 in Hohenzollern

Am 1. Februar 1919 zogen hunderte Kriegsbeschädigte zum Schloss in Sigmaringen. Der Ärger entlud sich in Gewalttätigkeit. (Vorlage: Staatsarchiv Sigmaringen Sa T 1 Sa 75/264)
Am 1. Februar 1919 zogen hunderte Kriegsbeschädigte zum Schloss in Sigmaringen. Der Ärger entlud sich in Gewalttätigkeit. (Vorlage: Staatsarchiv Sigmaringen Sa T 1 Sa 75/264)
12.11.2018 20:00 Uhr

Vortrag von Rolf Vogt M.A., Hechingen

Von einem Tag auf den anderen wurde alles anders: Am 9. November 1918 floh Kaiser Wilhelm nach Holland, und in Berlin entstand die deutsche Republik. Auch Württemberg verjagte seinen König. Was passierte in Hohenzollern? Dieser Frage geht der Hechinger Historiker Rolf Vogt in seinem Vortrag nach. Der Vortragsabend ist eine Koproduktion von Hohenzollerischem Geschichtsverein, Staatsarchiv und Kreiskulturforum Sigmaringen, das sein Veranstaltungsprogramm in diesem Jahr dem Schwerpunkt "Demokratie und Freiheit" widmet.

Die hohenzollerischen Spitzenpolitiker versuchten anfangs, die Revolution im Zaum zu halten: Fürst Wilhelm von Hohenzollern spendete 2 Millionen Mark für die Kriegsgeschädigten, die Vertreter der Zentrumspartei und der Volkspartei rangen ihm zwei Tage später auch den Verzicht auf Sonderrechte in den Gemeinden ab. Der hohenzollerische Kommunallandtag beanspruchte, im Namen des hohenzollerischen Volks zu sprechen, und verabschiedete einen Katalog von Petitionen, die er von der preußischen Staatsregierung und der deutschen Nationalversammlung geregelt wissen wollte.

Wie es weiterging und auf welchen Wegen das bisherige "Kaiserstammland" Hohenzollern seinen Platz im neuen Freistaat Preußen fand, zeichnet Rolf Vogt auf seiner Reise durch das Jahr 1919 nach. Er sieht die Rätebewegung wachsen und die Menschen hungern. Der Boykott der Wahl zur Nationalversammlung, die Demonstration der Kriegsbeschädigten, die Gründung von Bürgerwehren, die Gemeinderatswahlen folgen.


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Vortrag, Staatsarchiv Sigmaringen, 19. Jahrhundert