Olympische Spiele: Architektur und Gestaltung. Berlin – München – Stuttgart

Diskuswerfer
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15.11.2018

Das Hauptstaatsarchiv Stuttgart zeigt zum Jubiläum des Institutes für Sportgeschichte eine Ausstellung zur baulichen und grafischen Gestaltung der Olympiaden und deren Bezug zu unserer Region.

Was haben Archive mit Sport zu tun? Und welche Bezüge bestehen zu den Olympischen Spielen, die nie in Baden–Württemberg stattfanden? Was auf den ersten Blick Verwunderung auslöst, weist bei näherer Betrachtung doch vielfältige Verbindungslinien in die Region auf.

Seit den 1880er Jahren widmete sich Baron Pierre de Coubertin (1863–1937) der Wiederbegründung der Olympischen Spiele. Sein Ziel war es, die Verbindung von Geist und Körper zu fördern.

Olympia 1936

Seitdem entwickelten sich die Olympischen Spiele zu dem Großereignis des internationalen Sports. Sie waren und sind bis heute immer auch die "Visitenkarte" des Gastgebers. Architektur und grafische Gestaltung spielen dabei eine wichtige Rolle:
Sie sollen ein positives Image des Austragungsorts in alle Welt tragen.

Die Ausstellung setzt ein mit den geplanten, kriegsbedingt aber nicht durchgeführten Spielen von 1916 in Berlin. 1936 wurden sie unter massiver ideologischer Einflussnahme des NS-Staats realisiert. Monumentalität und manipulative Inszenierung, beispielsweise mit der zukunftsweisenden Einbindung multimedialer Techniken, prägten die Olympiade.

Olympia 1972

Die Spiele von München 1972 sollten das Gegenmodell zu 1936 werden. Deutschland präsentierte sich als weltoffen und modern. Otl Aicher (1922–1991), Mitbegründer der legendären Hochschule für Gestaltung Ulm, war verantwortlich für die visuelle Kommunikation, die sich durch ein einheitliches Farb– und Schriftschema sowie die konsequente Nutzung von Piktogrammen auszeichnete. Von herausragender Bedeutung war auch die Architektur. Bekannte Architekten aus Baden-Württemberg waren maßgeblich an der "Idee einer Olympischen Landschaft" beteiligt.

Olympia 2012

Schließlich dokumentiert die Schau auch die (Vor–)Geschichte der letztlich gescheiterten Olympia-Bewerbung für die Spiele im Jahr 2012 der "Sportstadt Stuttgart" von 2002. Anhand vielfältiger Exponate wie Plakate, Medaillen, Pokale bis hin zu Architekturmodellen wird deutlich, dass sich in der Geschichte des Sports auch der gesellschaftliche Wertewandel anschaulich nachvollziehen lässt. Somit ist der Sport als Teil des kulturellen Erbes auch relevant für Archive.

Die Präsentation entstand in Kooperation mit dem Institut für Sportgeschichte Baden–Württemberg e. V., das in diesem Jahr sein 25–jähriges Bestehen feiern kann und seit langem Partner des Landesarchivs bei der Sicherung von Quellen des baden–württembergischen Sports ist.

Ausstellung im Hauptstaatsarchiv Stuttgart,
Konrad-Adenauer-Str. 4, 70173 Stuttgart
Informationen unter
Tel. 0711/212-4335
E-Mail: hstastuttgart@la-bw.de

Öffnungszeiten:
Mo 9.15-17.00 Uhr, Di und Mi 8.30-17.00 Uhr
Do 8.30-19.00 Uhr, Fr 8.30-16.00 Uhr
Führungen mittwochs um 11.30 Uhr

Ausstellungsplakat zum Download:


Tags:

Ausstellung, Hauptstaatsarchiv Stuttgart, 20. Jahrhundert