Sigrid Artmann | Patrick Leung - Erinnerungen werden Raum

Was bleibt - Sigrid Artmann
Was bleibt - Sigrid Artmann
16.05.2018

Ausstellung im Staatsarchiv Ludwigsburg vom 16. Mai bis 6. November 2018 (verlängert!)

Erinnerungen können süß sein oder schmerzhaft. Mal schwelgen wir in ihnen, mal trügen sie, mal verlassen sie uns. Es gibt Erinnerungen, die wir um keinen Preis verlieren möchten und andere, die wir möglichst zu umgehen versuchen. Aber einzig die Erinnerung vermag Vergangenes wieder ans Licht der Gegenwart zu holen; ein Vorgang allerdings, der nicht ohne Interpretation und Selektion abläuft und damit lückenhaft bleibt. Um ins Bewusstsein zu gelangen, muss die Erfahrung, auf die sie sich bezieht, erst abgeschlossen sein – Erinnerung setzt also immer einen Verlust voraus. Und doch ist sie nicht nur zurückgewandt, sondern bietet zukunftsweisendes Potential: Wir nutzen Erinnerungen zur Bestätigung der Gegenwart und zur Befragung des eigenen Standpunktes. Erinnerung dient der Selbstvergewisserung, sie stiftet Identität.

Die neue Ausstellung widmet sich anlässlich des 150. Geburtstags des Staatsarchivs den dort verwahrten Artefakten aus der Vergangenheit und den daran haftenden immateriellen Erinnerungen, ist aber auch als eine künstlerische Reflexion zur Geschichte des Staatsarchivs als Raum zu verstehen. Und hier erinnert sie im Speziellen an den ersten Leiter des Archivs Eduard Freiherr von Seckendorff, der von 1868 bis 1875 in Ludwigsburg lebte und sich neben seiner Arbeit als Archivar und Jurist auch als Literat betätigte. Seine im Staatsarchiv verwahrten Hinterlassenschaften bildeten für die beiden Kalligraphen Patrick Leung aus Hongkong und Sigrid Artmann aus Ludwigsburg Inspiration für diverse künstlerische Arbeiten. Sie thematisieren die Rekonstruktion von Gedächtnisräumen und spüren den Lücken in ihnen nach. Sie wagen einen Blick zurück, um die Erinnerungen dann erfahrbar ins Hier und Jetzt zu übersetzen. Zeitgenössische Kunst, die Brücken baut über Räume der Vergangenheit und Gegenwart, aber auch Brücken, die die Grenzen der Kontinente und Kulturen überwinden. So werden die Erinnerungen mit dieser Ausstellung zur sozialen Skulptur.

Öffnungszeiten der Ausstellung:

Mo-Do 9-16.30 Uhr, Fr 9-15.30 Uhr, Sa, So u. Feiertag geschlossen

Eröffnung:

Dienstag, 15.5.2018, 19 Uhr, mit musikalischen Beiträgen von Jonas Bolle und Martin Schnabel

Der Eintritt ist frei.

Den digitalisierten Nachlass von Eduard von Seckendorff im Staatsarchiv Ludwigsburg finden Sie hier.


Tags:

Ausstellung, Staatsarchiv Ludwigsburg, 19. Jahrhundert