Die Fachsoftware DIMAG wird 20 Jahre alt
Digitale Objekte brauchen für die langfristige Archivierung eine sichere Umgebung aus Metadaten und Prüfprozessen. So ein Archivierungssystem gab es 2006 noch nicht. Das Landesarchiv Baden-Württemberg entwickelte daher mit DIMAG ein solches System und setzte es am 6. Juli 2006 produktiv. Heute wird DIMAG von über 900 Archiven in Deutschland, Österreich und der Schweiz eingesetzt und gemeinsam weiterentwickelt.
DIMAG steht seit den 2010er Jahren für eine gemeinsame Entwicklungskooperation, um genuin digitale Objekte wie E-Akten, E-Mails, Fach- und Geodaten, Webseiten, Audio- und Videoaufzeichnungen dauerhaft lesbar und auswertbar zu erhalten. Die Software umfasst insgesamt neun Module für Kern- und Spezialaufgaben. Das DIMAG Kernmodul wird in ca. 20 produktiven Installationen bei verschiedenen öffentlich-rechtlichen Hostern betrieben. Ein gut besuchtes Anwenderforum und neun Supportstellen sicher das Wissensmanagement. So ist ein ganzes Ökosystem an Unterstützungsmitteln entstanden, das öffentlichen Archiven den Sprung in die digitale Archivierung wesentlich erleichtert.
DIMAG schließt für öffentlich-rechtliche Archive eine Lücke in einer Gesellschaft, die neuerdings mit frei erfundenen und dennoch echt wirkenden Videos, Tonaufzeichnungen und Dokumenten konfrontiert wird. Die DIMAG-Module sind darauf ausgerichtet, einen lückenlosen und belegbaren Nachweis der Echtheit ihrer genuin digitalen Inhalte zu bieten. Gleichzeitig sind sie darauf ausgelegt, ihre Inhalte am Tag X an Nachfolgesysteme weiterzugeben. 20 Jahre sind keine lange Zeit. Wer etwas langfristig erhalten will, muss immer über die Lebensdauer von Hard- und Software hinaus planen. Umkopieren auf neue Datenträger ist eine leichte Übung, aber der tatsächliche Erhalt der Inhalte über alle Zeiten hinweg ist die echte Herausforderung.