Mit der Verlegung der Kurie des Papstes nach Avignon sollten ab 1309 sieben Päpste nacheinander in Südfrankreich residieren. Dort wurde die päpstliche Kanzlei mit ihren Schreibkünstlern und Miniaturmalern bald intensiv gefordert, besonders für die Ausstellung illuminierter Ablassurkunden, die bei Kirchen und Klöstern sehr gefragt waren. Eine besonders prächtige Ablassurkunde wurde 1347 in Avignon von 12 Bischöfen für das Benediktinerkloster Hirsau im Schwarzwald gefertigt. Dieses Gnadenangebot für die Gläubigen in Hirsau belief sich auf 520 Tage Ablass von ihren Sündenstrafen! Der farbige Dekor der Urkunde zeigt die Klosterheiligen, in der Initiale bittet ein Benediktinermönch die Muttergottes mit dem Jesuskind um Erhörung.
Das Herzogtum Württemberg hatte besonders unter dem „Pfälzischen Erbfolgekrieg“ (1688-1697) schwer zu leiden und einen harten Kontri-butionsvertrag mit Frankreich eingehen müssen. Zur Einhaltung der Kontributionszahlungen sollte Württemberg insgesamt 14 Geiseln stellen, die zunächst in Straßburg, dann in Metz inhaftiert wurden. Als Dank und Ehrengabe erhielten diese Geiseln nach ihrer Rückkehr im Jahr 1697 jeweils einen kostbaren Silberbecher mit Widmungsgravur, wie für den Landschaftskonsulenten Johann Heinrich Sturm wegen getragener Landes Geiselschafft. Damit korrespondiert ein goldener Doppelring aus zwei fest ineinander gehängten Ringhälften mit den Namen der Geiseln auf den Innenseiten. (Landesmueseum Württemberg)
Wenige Monate nach dem Beginn des Ersten Weltkrieges erstarrte im Westen die Front zwischen der Schweizer Grenze und der Kanalküste. Ende 1915 planten beide Kriegsparteien Großangriffe, um wieder in den Bewegungskrieg überzugehen. Diese Planungen mündeten in die verlustreichen Materialschlachten des Jahres 1916. Die Frontkarte zeigt die Lage vor Verdun im Juni, als von Fort Douaumont Richtung Fort Souville vorgestoßen werden sollte. Die deutschen Stellungen sind blau, die französischen rot eingezeichnet. Am 23. Juni 1916 erfolgte eine umfassende deutsche Attacke, die jedoch keinen Durchbruch erbrachte.
Der württembergische Herzog Friedrich galt als ein wichtiger Unterstützer der französischen Protestanten, er unterstützte dabei Heinrich von Navarra auch mit viel Geld. Dafür erhielt er pfandweise die Einkünfte des Herzogtums Alençon in der Normandie, 1605 wurde Friedrich dann Titularherzog von Alençon. Aus diesem Anlass erhielt der Herzog eine aufwändig gestaltete Geschichte der Herzöge von Alençon mit einem kolorierten Wappen, das den prestigeträchtigen neuen Titel zum Ausdruck bringen sollte: Dem bisherigen württembergischen Wappen wird als Herzschild das Wappen von Alençon mit den drei gekrönten bourbonischen Lilien hinzugefügt.
Während seiner Kavalierstour im Jahr 1700 besuchte Herzog Eberhard Ludwig unter anderem das Schloss und die Gartenanlagen von Versailles. Der imponierende französische Regierungssitz regte ihn zum Bau eines barocken Residenzschlosses außerhalb Stuttgarts an. Die Errichtung von Schloss Ludwigsburg begann im Mai 1704 und erfolgte in mehreren Etappen. Im Oktober 1725 legte der herzogliche Baumeister Donato Giuseppe Frisoni Pläne mit alternativen Bauvarianten für das Neue Corps de Logis vor. Die Bauarbeiten in Ludwigsburg waren beim Tod Eberhard Ludwigs im Oktober 1733 noch nicht abgeschlossen.
Die „Bebenhäuser Kette“ stellt einen besonders prächtigen Teil des württembergischen Kronschatzes dar. Sie wurde Mitte des 19. Jahrhunderts für Königin Olga (1822-1892), die Gemahlin König Karls (1823-1891), nach einem Ölgemälde der Barbara Gonzaga (1455-1503) gefertigt. (Landesmuseum Württemberg)
Diese Medaille entstand vermutlich während oder kurz nach dem Ende des Exils der württembergischen Herzogsfamilie in Straßburg. Die querovale Prägung zeigt auf ihrem Avers eine Ansicht der Stadt mit ihren Festungswerken. Genau ins Zentrum der Darstellung ist der gut 140 m hohe Nordturm des Straßburger Münsters gerückt, über dem ein Engel schwebt. In seiner rechten Hand hält er einen Palmzweig als Friedenssymbol. Mit der Linken umfasst der Engel eine große Lilie, die als Symbol der Reinheit auf Maria, die Schutzpatronin der Stadt, verweist. Die Umschrift nennt den Wahlspruch Straßburgs: VRBEM CHRISTE TVAM SERVE – „Christus, erhalte Deine Stadt“. (Landesmuseum Württemberg)
Eines der wichtigsten politischen Ziele Napoleons bestand in der Aufrichtung einer neuen kaiserlichen Dynastie. Um seinem Haus Anerkennung zu verschaffen, versuchte der Kaiser, Eheschließungen zwischen Mitgliedern seiner Familie und europäischen Fürstenhäusern zu stiften. 1806 willigte König Friedrich von Württemberg in die Heirat seiner Tochter Katharina mit Jérôme Bonaparte, dem jüngsten Bruder Napoleons, ein. Jérôme und Katharina regierten von 1807 bis 1813 das neu geschaffene Königreich Westphalen. Der preziös ausgefertigte Vertrag über die Eheschließung regelt vor allem erb- und vermögensrechtliche Fragen.
Nachdem Bundeskanzler Konrad Adenauer (1876-1967) im Juli 1962 Frankreich besucht hatte, folgte im September des gleichen Jahres der Staatsbesuch von Staatspräsident Charles de Gaulles (1890-1970) in Deutschland. Das Programm sollte Zeichen setzen für eine deutsch-französische Annäherung und Versöhnung nach den beiden schrecklichen Weltkriegen. Den Schlusspunkt dieser Reise bildete am 9. September 1962 der Besuch in Baden-Württemberg. Im Schloss Ludwigsburg hielt De Gaulle die Rede, die als „Rede an die deutsche Jugend“ bekannt geworden ist. Er sprach auf Deutsch und stellte unter großem Beifall leidenschaftlich den Fortschritt und die Zukunft Frankreichs und Deutsch¬lands in den Mittelpunkt. Die Landesregierung gab eigens dazu eine Langspielplatte heraus.