Ausstellung

Wilhelm II.
König von Württemberg

Zusätzlicher Inhalt

Brief des Monats

Brief des Monats
Einer von Sechshundert: Beispiel eines der erhaltenen Kuverts, die Wilhelm an Freunde verschickt hatte. Vorlage: Hauptstaatsarchiv Stuttgart

Über 600 private Briefe, die Wilhelm II. im Lauf seines Lebens an seine engsten Freunde aus der gemeinsamen Göttinger Studentenzeit verschickt hat, wurden vor einigen Jahren entdeckt. Der Stuttgarter Sprechkünstler Peter Gorges macht nun eine Auswahl dieser bemerkenswerten Schriftstücke hörbar.
Für die Dauer der Ausstellung kommt an dieser Stelle jeden Monat ein neuer Brief zum Anhören hinzu.


Brief des Prinzen Wilhelm an Detlev von Plato, Potsdam, 16. Dezember 1869
Als 21-Jähriger trat Wilhelm 1869 in den preußischen Militärdienst ein, um seine Offizierslaufbahn fortzusetzen. Mit ironischem Unterton berichtet der Prinz seinem Freund Detlev von Plato, „wie man in dem herrlichen Militärstaat geschunden wird“. Außerdem erfahren wir erfahren wir, dass er in Berlin Besuch von einer gewissen „Mimi“ erhielt: hinter dem Spitznamen verbirgt sich die Göttinger Professorentochter Marie Bartling. Die acht Jahre währende Beziehung der beiden war bislang kaum bekannt. Dank der überlieferten Briefe wissen wir heute, dass sie die erste große Liebe des Prinzen war, die er sogar zu heiraten gedachte.

Brief des Prinzen Wilhelm an Detlev von Plato, Stuttgart 24. Juli 1876
1876 traf Prinz Wilhelm auf Prinzessin Marie zu Waldeck und Pyrmont (1857–1882), die er nach einem langen Dasein als Junggeselle im Folgejahr heiratete. Seine inneren Kämpfe, bevor er um ihre Hand anhielt, aber auch die Reaktion seiner ersten Freundin aus Göttingen auf die Verlobungsnachricht schildert er seinem Vertrauten Detlev von Plato in diesem Brief. Nun schwelgt der Frischverliebte im Glück mit seiner Braut, durch die er „ein neuer Mensch geworden“ sei und die im Übrigen „tausendmal hübscher ist“, als die dem Freund zur Ansicht beigelegte Fotografie wiedergeben könne.


Brief des Prinzen Wilhelm an Detlev von Plato, Stuttgart den 18. Januar 1881
Als die „schwersten Tage“ seines Lebens beschreibt Prinz Wilhelm seinem Freund „Topf“ in diesem Brief die Tage nach Weihnachten des Jahres 1880: Nach einem glücklich verlebten Fest war sein gerade fünf Monate alter Sohn Ulrich überraschend verstorben. Das Kind in einer dunklen Fürstengruft zu begraben, hatten die erschütterten Eltern nicht übers Herz gebracht, sodass es – entgegen der Familientradition – auf dem Ludwigsburger Friedhof beigesetzt wurde. Im folgenden Jahr setzen sich die Schicksalsschläge fort, als Prinzessin Marie nach der Totgeburt des dritten Kindes ebenfalls stirbt und Wilhelm alleine mit der Tochter Pauline zurückbleibt.

 

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Mit freundlicher Unterstützung der
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Kuratorengespräch mit Dr. Edith Neumann und Dr. Albrecht Ernst:
König Wilhelm II. als Freund und Förderer

Begleitprogramm

Das digitale Begleitprogramm zur Ausstellung mit Gesprächen, Workshops und Diskussionen läuft bereits und kann auf der Website des StadtPalais sowie den Social-Media-Kanälen verfolgt werden. Download des Programmhefts

Highlights der Ausstellung

Die von einem Vogel Strauß gezogene Kamerun-Post verweist auf die deutsche Kolonialgeschichte. Das Blechspielzeug, das einst der Bebenhäuser Schüler Friedrich Hahn von König Wilhelm II. geschenkt bekam, wird bis heute im Familienbesitz gehütet. Es ist ein beredtes Beispiel für mancherlei kleine Schätze, die an Württembergs letzten Monarchen erinnern. Leihgeber: Privat; Aufnahme: Hauptstaatsarchiv Stuttgart

Im ausgehenden 19. Jahrhundert war Früchtebowle ein Modegetränk. Ein fein bemaltes Bowleservice erhielt Prinz Wilhelm 1889 als Weihnachtsgeschenk von Freunden aus seiner Göttinger Studentenzeit. Die Wappen der Stifter erscheinen auf dem Bowletopf und den Trinkgläsern. Leihgeber und Aufnahme: Privat

Kurz vor seinem Tod 1921 wurde Wilhelm, nach seiner Abdankung nunmehr Herzog zu Württemberg, dieser Reisepass ausgestellt. Zahlreiche Sichtvermerke der schweizerischen Grenzpolizei zeugen von Besuchen der Villa Seefeld, einem seiner bevorzugten Aufenthaltsorte. Foto: Hauptstaatsarchiv Stuttgart

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