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Landesarchiv >> Projekte >> Aufbau eines Archivportals-D

Aufbau eines Archivportals-D

gefördert durch die DFG
Projektbeginn: 1.10.2012

Logo des Archivportals-D

Mit dem Aufbau eines deutschen Archivportals (Archivportal-D) werden archivische digitale Informationen, d.h. institutionelle Informationen, Erschließungsleistungen (Beständeübersicht, Findbücher mit Titelaufnahmen) und digitalisiertes und digitales Archivgut, im Internet für die Nutzung bereitgestellt und präsentiert. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler sowie alle Nutzer von Archiven können hier übergreifend in allen verfügbaren Findmitteln der teilnehmenden Archive recherchieren und sich Suchergebnisse und ggf. digitalisierte Archivalien aus verschiedenen Archiven unterschiedlichster Träger wie Landes- und Staatsarchiven, Kommunalarchiven, Kirchenarchiven usw. anzeigen lassen. Vergleichende Recherchen in den Beständestrukturen mehrerer Archive werden dadurch wesentlich erleichtert und beschleunigt.

Die Präsentation von digitalisiertem Archivgut im Internet zählt zu den großen Herausforderungen von Archiven im Informationszeitalter. Institutionen- und spartenübergreifende Online-Informationssysteme für digitalisiertes Kulturgut und wissenschaftliche Information gewinnen zunehmend an Bedeutung. Bislang wurden digital verfügbare Erschließungsinformationen und Digitalisate lediglich von einzelnen archivischen Einrichtungen – sofern diese über Online-Informationssysteme verfügen – oder vereinzelt in regionalen oder archivtypspezifischen Portalen nachgewiesen; eine übergreifende Recherche war damit nicht möglich.

Daher realisierten das Landesarchiv Baden-Württemberg (Projektleitung), die Archivschule Marburg, das Landesarchiv Nordrhein-Westfalen, das Sächsische Staatsarchiv und FIZ Karlsruhe – Leibniz-Institut für Informationsinfrastruktur in einer von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) geförderten ersten Projektphase das Archivportal-D. Das zunächst auf zwei Jahre angelegte Projekt begann am 1.10.2012 und wird von der Konferenz der Leiterinnen und Leiter der Archivverwaltungen des Bundes und der Länder (KLA, vormals ARK), der Bundeskonferenz der Kommunalarchive beim Deutschen Städtetag (BKK) und dem Verband deutscher Archivarinnen und Archivare (VdA) nachdrücklich unterstützt. Während der Eröffnungsveranstaltung des 84. Deutschen Archivtags am 24. September 2014 in Magdeburg wurde das Portal öffentlich freigeschaltet und ist seither für jedermann kostenfrei zugänglich. Die DFG bewilligte nach dem erfolgreichen Start des Archivportals-D eine weitere einjährige Förderung, so dass die Arbeiten seit 1. Juni 2015 in einem Fortsetzungsprojekt weitergeführt werden können (s.u.).

Das Vorhaben wird als Teilprojekt der "Deutschen Digitalen Bibliothek" (DDB) umgesetzt, die allen Bürgerinnen und Bürgern einen spartenübergreifenden Zugang zu Kulturgut in deutschen Bibliotheken, Archiven, Museen, audiovisuellen Archiven, Wissenschaftseinrichtungen und der Denkmalpflege bietet. Die Verknüpfung mit diesem Projekt ermöglicht es, von wertvollen Synergien zu profitieren, beispielsweise durch Mitnutzung der Infrastruktur der DDB und der Prozesse zur Einbindung von Daten und Inhalten. FIZ Karlsruhe als Betreiber der DDB, das Landesarchiv Baden-Württemberg als Mitglied des Kompetenznetzwerks und des Vorstand der DDB sowie seit 2015 auch die Deutsche Nationalbibliothek (DNB) als Service- und Koordinationsstelle der DDB gewährleisten die nachhaltige Verzahnung mit dem Mutterprojekt sicher.

Schwerpunkte der Aufbauphase 2012-15

Da die Abbildung archivischer Erschließungsinformationen im spartenübergreifenden Kontext mit Informationsverlusten einhergeht, wurden für das Archivportal-D die datenhaltende Schicht angepasst und eine archivspartenspezifische Präsentationsschicht entwickelt, die die fachgerechte Darstellung von Tektonik, Klassifikation und digitalisiertem Archivgut ermöglicht. Außer der Anzeige sowie einem navigierenden Zugriff wurde auch die Recherche speziell auf die fachlichen Erfordernisse zugeschnitten. Personalisierte Funktionalitäten (Erstellung von Merklisten, Druck- und Downloadfunktion) sowie Serviceinformationen für die Nutzung von Archivgut sind ebenso realisiert worden.

Schon während der ersten Projektphase wurden mit Hilfe von Beratungs- und Datenaufbereitungsleistungen durch das Projektteam Erschließungsinformationen und Digitalisate in das Archivportal-D integriert. Mit einer Datenlieferung können gleichzeitig die DDB und das Archivportal-D bedient werden. Um den hohen Aufwand bei der Erstellung und Anpassung von "Datenmappings" auf Dauer zu reduzieren und den Prozess der Datenintegration insgesamt zu vereinfachen, wurden vorhandene Ingest-Werkzeuge weiterentwickelt. Als Standardformat für Datenlieferungen dient EAD(DDB), ein Profil des internationalen Standards für den Austausch archivischer Daten – EAD (Encoded Archival Description). Dieses Profil wurde seit 2010 durch eine Arbeitsgruppe unter Federführung des Landesarchivs Baden-Württemberg entwickelt und liegt seit Mai 2012 in einer ersten Version vor; Version 1.1 wurde im Sommer 2013 veröffentlicht.

Durch die Entwicklung von Schnittstellen zu anderen archivischen Portalen wie dem Archivportal Europa wurde das Archivportal-D in der Welt digitaler archivischer Angebote vernetzt und eingebunden.

Schwerpunkte des Fortsetzungsprojekts ab Juni 2015

Die zweite Förderphase dient der weiteren Konsolidierung des Systems, wird aber auch den Daten-Ingest vorantreiben, also die Anreicherung des Archivportals-D mit einer größeren Menge an Inhalten. So kann beispielsweise die Portalteilnahme von Archiven, die bereits mit konkreten Vorarbeiten zur Beteiligung begonnen hatten, durch das Projektteam bei der Datenaufbereitung weiter unterstützt werden. Zum anderen sollen natürlich weitere Archiveinrichtungen für eine Lieferung von Erschließungsinformationen gewonnen werden. Ein weiteres Ziel ist es, die Informationen über Archiveinrichtungen in Deutschland möglichst vollständig zu erfassen und im Portal nachzuweisen.

Darüber hinaus wird die Datenbasis des Archivportals-D durch die Anbindung weiterer regionaler Archivportale verbreitert. Aggregatoren aus mehreren Bundesländern sind bereits dabei, die erforderlichen Schnittstellen zu realisieren und die nötigen rechtlich-organisatorischen Regelungen zu treffen. Ein weiteres Ziel stellt die weitgehende Dezentralisierung der Datenaufbereitungs- und Lieferungsprozesse dar. Archiven soll es ermöglicht werden, valide Datenlieferungen im Datenprofil EAD(DDB) eigenständig zu erstellen und den Portalingest oder Datenaktualisierungen selbst anzustoßen. Andererseits wird es von zentraler Bedeutung bleiben, mit Softwareherstellern hinsichtlich der Etablierung standardisierter EAD(DDB)-Schnittstellen in den Archiv- bzw. Erschließungssoftwares in Kontakt zu bleiben, denn hier gibt es großen Handlungsbedarf.

Zudem ist im Zuge des Fortsetzungsprojekts geplant, die Funktionalität des Archivportals-D für die Anforderungen wissenschaftlicher Nutzer sinnvoll weiter auszubauen. Insbesondere ist vorgesehen, einen normdatenbasierten Zugang zu Personen auf der Basis semantischer Verknüpfungen mit Entitäten der Gemeinsamen Normdatei (GND) für die Archivportal-D-Oberfläche einzurichten. Voraussetzung für die institutionenübergreifende Vernetzung archivischer Erschließungsinformationen und ihre bessere Zugänglichkeit ist ihre Verknüpfung mit Normdaten bzw. der GND. Hierbei werden im Zuge des Projekts Verfahren zur automatisierten Zusammenführung von archivischen Erschließungsinformationen mit Normdaten erprobt und evaluiert. Schließlich steht die Optimierung der Darstellung des Archivportals auf mobilen Endgeräten auf der Agenda, denn deren Verwendung gewinnt auch im wissenschaftlichen Umfeld rasant an Bedeutung.

Siehe auch:

Informationsflyer zum Archivportal-D:

Ansprechpartner

Daniel Fähle M.A.
Nadine Seidu M.A.
Christina Wolf