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Recherche & Bestellung >> Rechercheführer >> Einführung in die Ortsforschung

Einführung in die Ortsforschung

Die folgenden Überlegungen möchten Ihnen helfen, die Geschichte eines Ortes zu erforschen bzw. eine ortsgeschichtliche Veröffentlichung zu verfassen.

Die Auswahl des Themas

Überlegen Sie zunächst, über welches ortsgeschichtliche Thema Sie forschen möchten. Bereits erschienene Ortsgeschichten können in Aufbau und Themenauswahl ein Vorbild sein. Mindestens genauso wertvoll wie umfassende Werke sind allerdings „kleine“ Veröffentlichungen zu Einzelthemen. Noch dazu sind diese vom Aufwand her viel leichter und schneller umzusetzen – entsprechende Pläne werden daher viel eher auch wirklich zum Abschluss gebracht.

Formulieren Sie eine klare Fragestellung

Die Fülle interessanter Themen verlockt dazu, sich bei der Suche nach interessanten Informationen und der Interpretation der Quellen zu verzetteln. Formulieren Sie daher eine klare Fragestellung und notieren Sie diese am besten schriftlich, um sich selbst zu zwingen, die eigenen Gedanken klarzubekommen und abgrenzen zu müssen. Diese Fragestellung soll ab diesem Moment Richtschnur und Orientierung für das weitere Vorgehen sein, damit Sie nicht vom Weg abkommen.

Allein oder in der Gruppe?

An dieser Stelle gibt es kein richtig oder falsch. Beide Wege sind möglich. Schauen Sie, was besser zu Ihnen passt. Wenn Sie in der Gruppe arbeiten, ist genau festzulegen, wer was bis wann und in welcher Form bearbeitet, damit am Ende ein in sich stimmiges, aufeinander bezogenes Werk entsteht.

Der nächste Schritt: die Suche nach bereits vorhandener Literatur

Sichten Sie im nächsten Schritt zunächst die Literatur zum jeweiligen Ort. Beginnen Sie mit dem landeskundlichen Informationssystem LEO–BW, rufen Sie dort den Artikel zum jeweiligen Ort auf, studieren Sie die (knappen, aber fundierten) Ausführungen zur weltlichen und kirchlichen Geschichte des Ortes und notieren Sie sich die unter den Treffern zum jeweiligen Ort genannten Literaturangaben. Falls für die jeweilige Region vorhanden, lohnt ein Blick in die Kreisbeschreibungen des Landes Baden-Württemberg oder die württembergischen Oberamtsbeschreibungen. Weitere Literaturtitel zum jeweiligen Ort finden Sie in den einschlägigen Bibliographien (Literaturverzeichnissen) wie der Landesbibliographie, im Katalog des Südwestdeutschen Bibliotheksverbunds oder im Bibliotheksportal des Landesarchivs Baden-Württemberg. Die Bücher selbst finden Sie oft den öffentlichen Büchereien vor Ort, in Stadtarchiven oder bei uns. Literatur zur Geschichte des jeweiligen Ortes können Sie in Form von Aufsätzen oder Literaturbesprechungen daneben in den einschlägigen landeskundlichen Zeitschriften wie z. B. der Zeitschrift für die Geschichte des Oberrheins (ZGO), der Zeitschrift für württembergische Landesgeschichte (ZWLG), Ulm und Oberschwaben (UuO) oder Württembergisch Franken (WFr) ausfindig machen.

Auf dieser Seite gibt es das ganze noch ausführlicher.

Geben Sie sich bei der Literatursuche bitte nicht mit den ersten Funden zufrieden. Eine fundierte ortsgeschichtliche Studie sollte auf dem aktuellen Forschungsstand aufbauen.

Ermitteln Sie den Forschungsstand

Lesen Sie die Literatur zum jeweiligen Ort aufmerksam durch und machen Sie sich ein Bild über zentrale Entwicklungen, Ereignisse, wichtige Personengruppen und Persönlichkeiten der Ortsgeschichte, über bisher unbehandelte Themengebiete und über Schwachpunkte der bisherigen Darstellungen.

Ohne Auswahl geht es nicht

Auch wenn Sie sich für eine umfassende Ortsgeschichte entschieden haben: Versuchen Sie nicht, die Informationen zu einem bestimmten Ort in Gänze zu sammeln und zu verarbeiten. Die Fülle an Informationen ist dafür fast immer zu groß. So ist es eine der wichtigsten Aufgaben, sich im Vorfeld mit der Auswahl des oder der Themenblöcke auseinanderzusetzen. Dabei können Ihnen bereits erschienene Ortsgeschichten als Vorbild oder Vorlage dienen. In der Ortsgeschichtsforschung hat es sich in der Vergangenheit bewährt, aus der Gesamtgeschichte des jeweiligen Ortes eine gewisse Zahl von Themenblöcken herauszugreifen, die im Ergebnis die Kapitel der Ortsgeschichte darstellen. Sollten Sie zusammen mit anderen Personen arbeiten, legen Sie an dieser Stelle fest, wer welchen Themenblock übernimmt und wann das jeweilige Kapitel fertig vorliegen soll.

Der erste Schritt in Richtung Archiv

Informieren Sie sich als nächstes, in welchen Archiven Unterlagen zu Ihrem Thema vorliegen könnten. Vergegenwärtigen Sie sich hierzu insbesondere die politische Geschichte des betreffenden Ortes: Welchem Territorium bzw. welcher Herrschaft war der Ort in welcher Zeit zugeordnet? Haben dort daneben auch andere Herrschaften einzelne Rechte ausgeübt, was sich in deren Verwaltungsschriftgut niedergeschlagen haben würde? In welchem oder in welchen Archiven ist also einschlägiges Schriftgut zu erwarten? Hier eine kurze Anleitung mit Beispielen. Recherchieren Sie im Anschluss, wo sich die jeweiligen Archive heute befinden – und fragen Sie im Zweifelsfall im nächsten Kommunal- oder Staatsarchiv nach. Bei vielen Themen wird am Ende ein Besuch sowohl im Landesarchiv Baden-Württemberg (z.B. am Standort Hohenlohe-Zentralarchiv Neuenstein) als auch im zuständigen Gemeinde- und Kreisarchiv lohnen.

Vorbereitung des Archivbesuchs

Eine Vorbereitung des Archivbesuchs ist nicht zwingend notwendig, unter dem Strich jedoch sehr hilfreich und empfehlenswert. Zahlreiche Archive bieten heute die Möglichkeit, die Recherche über Online-Findmittel (Online-Kataloge) zu beginnen. Arbeiten Sie dabei am besten sowohl mit der Volltextsuche als auch über die systematische Suche, d.h. blättern Sie die einschlägigen Findbücher Stück für Stück durch (vgl. Anleitung zur Suche). Nur so lassen sich überraschende Entdeckungen machen, an denen Sie ansonsten, ohne es zu merken, vorbeigegangen wären. Verfolgen Sie in diesem Zusammenhang auch die Quellenbelege in der Literatur. Finden sich dort keine, so versuchen Sie anhand der geschilderten und datierten Ereignisse die Archivalien ausfindig zu machen, aus denen die jeweiligen Informationen stammen könnten. Melden Sie sich anschließend am besten bei dem jeweiligen Archiv, erläutern Sie den Themenbereich, den Sie im nächsten Schritt bearbeiten wollen, übersenden Sie eine Liste der schon ermittelten Archivalien und fragen Sie, ob man Ihnen dort weitere einschlägige Archivalien nennen könnte. Vereinbaren Sie auf dieser Basis einen ersten Besuch und bei Bedarf einen Beratungstermin.

Archivbestände für Einsteiger

Als Einstieg für ortsgeschichtliche Forschungen im Bereich des Landesarchivs Baden–Württemberg sind an den Standorten Ludwigsburg, Stuttgart und Sigmaringen die Akten der Ämter und Oberämter zu empfehlen. Für den badischen Bereich bieten sich der Bestand 229 Spezialakten der badischen Ortschaften im Generallandesarchiv in Karlsruhe und die Bezirksamtsakten im Staatsarchiv Freiburg an. Für die Grafschaft bzw. das Fürstentum Hohenlohe vor 1806 lohnt ein Einstieg über die historischen Abrisse der württembergischen Oberamtsbeschreibungen und deren Vorlagen, die einführenden Teile der im Hohenlohe-Zentralarchiv Neuenstein verwahrten Lagerbücher.

Belegen Sie jede Aussage, die Sie der Literatur oder den Quellen entnehmen

Es gehört seit Langem zum guten Brauch, jede Aussage, die Sie auf Basis der Literatur oder einer Quelle formulieren, präzise und transparent zu belegen. Werden Aussagen, die aus der vorhandenen Literatur übernommen werden, nicht belegt, handelt es sich um Plagiate – man erweckt unfairerweise den Eindruck, die entsprechende Erkenntnis selbst gewonnen zu haben. Werden hingegen die Quellenstellen nicht zitiert, ist die Arbeit für die zukünftige Forschung nur schwer zu verwenden, da die betreffenden Aussagen nicht nachvollzogen und überprüft werden können. Bitte beachten Sie im Übrigen: Nicht nur die direkten Zitate sind zu belegen, sondern genauso die sinngemäßen Entlehnungen („indirekte Zitate“). Bitte machen Sie sich daher die Mühe und notieren schon bei der Erarbeitung Ihrer Studie jede Stelle in der Literatur und jede Quellenstelle, die Sie benutzen; bei einem Literaturzitat genügen Titel und Seitenangabe, bei Archivgut die Archivsignatur und, sofern vorhanden, die Nummer des Schriftgutbündels innerhalb der Akte (Quadrangelnummer) oder die Blattnummer (im Gegensatz zu heute zählte man lange nicht die Seite, sondern das Blatt, die Folioseite). Sie verzweifeln sonst im späteren Verlauf der Erarbeitung, wenn Sie die jeweilige Literatur- und Quellenstellen noch einmal nachlesen oder bei der Niederschrift zitieren wollen. Bitte belegen Sie die direkten und indirekten Zitate im Übrigen im direkten Zusammenhang der jeweiligen Aussage, die Sie auf Basis der jeweiligen Quellen- oder der Literaturstelle getroffen haben. Üblicherweise werden die Belege als Fußnote unter den Text gesetzt, damit Sie für den Blick in eine Fußnote nicht ständig blättern müssen. Sollte die Veröffentlichung eine andere Lösung erfordern, können Sie die Fußnoten als Endnoten an den Schluss setzen.

Bleiben Sie an Ihrem Thema und schließen Sie es ab

Bearbeiten Sie Ihr Thema anhand der Literatur wie der Archivalien zielgerichtet. Anderswo hinführende Hinweise können Sie notieren, diese sollten während des Projekts aber nicht weiterverfolgt werden. Wenn Sie eine Veröffentlichung planen, aber für Ihren Aufsatz keine Zeitschrift oder für Ihren Band keinen Verlag finden, sprechen Sie gerne das zuständige Archiv an, wir helfen, wenn möglich, gerne. Und nicht zuletzt: Viel Erfolg und viel Freude!

Für die Region Hohenlohe-Franken bietet die dortige Außenstelle des Landesarchivs derzeit unter dem Titel Geschichte vor der Haustür eine ganze Reihe von Veranstaltungen für Orts-, Regional- und Landesgeschichtsforschende an. Das Angebot vermittelt grundlegende Fertigkeiten und Kenntnisse und schafft die Voraussetzungen für eine erfolgreiche selbständige Beschäftigung mit diesen Themen.

Artikel in der Südwestdeutschen Archivalienkunde

Die folgenden Unterlagenarten können auch über Ihren Ort Informationen enthalten. In der Rubrik "Überlieferungslage" zeigen die Artikel, wo die Archivalien meist zu finden sind.