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Aktuelles >> Presse/Berichte >> Archivale des Monats März 2020

Archivale des Monats März 2020

Aquarellzeichnung "Eingang der Anlage von der Nordseite" von Lucian Reich auf dem "roten Rain" in Hüfingen

Aquarell eines schmiedeeisernen Eingangstors und eines kleineren Seiteneingangs zu einer Parkanlage.
Aquarell des Lucian Reich aus dem frühen 19. Jahrhundert, StAF B 695/1 Nr. 731.

Vor 200 Jahren entschlossen sich die Freunde der Natur in Hüfingen mehrere Anlagen in ihrem Ort zu erbauen. Kein geringerer als Johann Nepomuk Schelble, "der berühmte Tonmeister und Sänger […], wirklicher Director des Musikvereins zu Frankfurt am Mayn", war einer dieser Freunde der lieben Natur, der wohl maßgeblich an der Anlegung mehrerer sogenannter Rondelle beteiligt war.

Die Stadt Hüfingen war stets darauf bedacht den berühmten Künstler zurück in seine Vaterstadt zu holen. Während die Anlagen in "erstaunungswürdiger Anstrengung", so der damalige Hofrat Baur, in kürzester Zeit entstanden waren, wurden sie in der Nacht vom 4. auf den 5. März 1821 von Gegnern der Anlage wieder zerstört. In der Akte ist die Abschrift eines später verfassten Spottgedichts über die Zerstörungsnacht mit dem Akrostichon: "FALLER AUER RUF" vorhanden. Möglicherweise wollte der Verfasser des Gedichts damit auf die Identitäten der Missetäter hinweisen.

Die heute kaum noch erkennbare Anlage befand sich im Hüfinger Gewann "roter Rain", einer Anhöhe nordöstlich der auch heute noch in Teilen erhaltenen römischen Badruine. Diese Ruine stellt ein außergewöhnliches Zeugnis römischer Badekultur und eines der ältesten römischen Kastellbäder seiner Art nördlich der Alpen dar.

Die im Staatsarchiv Freiburg verwahrte Akte beinhaltet insbesondere das mit viel Hingabe zum Detail gemalte Aquarell von Lucian Reich. Dieser Maler und Oberlehrer aus der Nachbarstadt Bad Dürrheim war mit einer Schwester des Johann Nepomuk Schelble verheiratet. Das Aquarell zeigt ein großes, schmiedeeisernes Eingangstor sowie einen kleineren, offenen Seiteneingang. Die durch grüne Baumreihen in Szene gesetzten Eingänge und die darüber hinausragenden Laub- und Nadelbäume vermitteln einen Eindruck der dahinter befindlichen Naturlandschaft und erlauben dem Betrachter einen anschaulichen Blick auf das Vorhaben der Freunde der Natur in Hüfingen. Das Bild befindet sich in einer Akte des Bezirksamtes Hüfingen, die im Rahmen des abgeschlossenen Projekts "Erschließung der Bezirks- und Landratsamtsbestände" des Staatsarchivs Freiburg verzeichnet wurde. Diese Akte offenbart eine bemerkenswerte Geschichte aus der historischen Stadt auf der Baar und stellt darüber hinaus ein anschauliches Zeugnis einer von Revolution und Aufständen geprägten Generation dar.

Ein Archivale des Landesarchivs Baden-Württemberg, Staatsarchiv Freiburg B 695/1 Nr. 731.