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4. Konsistorialakten, Kirchenzensur- oder Kirchenkonventsprotokolle

Mit der Einführung der Reformation war das Bemühen verbunden, nicht nur den rechten Glauben, sondern auch die Moral, Zucht und Ordnung der Christenheit wiederherzustellen. Schnell wurden daher in den evangelisch gewordenen Territorien Institutionen aufgebaut, die neben der Aufsicht über Kirche und Schulwesen die Funktion eines Sitten- bzw. Kirchenzensurgerichts übernahmen. Dazu kamen im 18.und 19. Jahrhundert zunehmend administrative Aufgaben wie z. B. die Sozialfürsorge.

HZAN La 35 Bü 1020

Die Verhandlungsprotokolle derartiger Institutionen bieten für genealogische Forschungen in mehrerlei Hinsicht wertvolle Informationen. Zum einen dokumentieren sie den Namen des Vaters eines unehelich gezeugten Kindes. Zum anderen bieten sie farbige Details zu Alltag und Lebenswelt einzelner Personen und Familien, zu familiären Streitigkeiten, Gerede und Verdächtigungen, Fluchen und Schwören, Ehebruch, außerehelicher Schwangerschaft und ähnlichem mehr.

Abgesehen von den in den konkreten Fall verwickelten Personen werden regelmäßig auch eine Vielzahl von Zeugen befragt, so dass teilweise das halbe Dorf aktenkundig wird. Da die Konsistorialprotokolle bzw. –akten an manchen Orten weiter als die Kirchenbücher zurückgehen, können sie in manchen Fällen zugleich die fehlende Kirchenbuchüberlieferung ersetzen. Konsistorialakten bzw. Kirchenkonventsprotokolle wurden als Einzelakten oder in Form von Protokollen fortlaufend nach Datum der jeweiligen Sitzung bzw. des Verhörs geführt.

Konsistorien oder Kirchenkonvente wurden je nach Territorium im 16. oder 17. Jahrhundert gegründet. Sie bestanden teilweise bis zum Ende des 19. Jahrhunderts fort, in Württemberg beispielsweise bis 1891. Kleinere Territorien wiesen eine einstufige Organisation auf (z. B. in der Grafschaft Hohenlohe: Abgesehen von einem de facto nicht arbeitenden Gesamtkonsistorium für die ganze Grafschaft bestand für jede Linie ein Konsistorium als einstufige Institution), größere eine mehrstufige (so in Württemberg ab 1642/44, wo es auf Gemeindeebene einen Kirchenkonvent gab, während das Oberamt die nächst höhere Instanz bildete und für die landesübergreifende Verwaltung der kirchlichen Angelegenheiten eine Abteilung innerhalb des Kultministeriums zuständig war, an deren Spitze der Konsistorialpräsident stand).

Die erhaltenen Konsistorial- oder Kirchenkonventsprotokolle lagern heute in unterschiedlichen Archiven, z.B.

Zu der gesuchten Akte kann je nach Archiv eine Volltextsuche nach dem gesuchten Personennamen in den Onlinefindmitteln führen. Protokolle und Akten wurden in den Archiven an vielen Stellen allerdings auch nur pauschal katalogisiert, die zugehörigen Katalogeinträge nennen daher die Namen der Hauptpersonen nicht. In diesen Fällen lohnt eine systematische Durchsicht der jeweiligen Protokoll- oder Aktenserie.

Vertiefte Informationen zu Konsistorialakten, Kirchenzensur- oder Kirchenkonventsprotokollen finden Sie in der Südwestdeutschen Archivalienkunde, Artikel Kirchenkonventsprotokolle.