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Leibeigenenregister Amt Langenburg, 1564, HZAN La 75 Bü 223

3. Leibeigenschaftsregister und -verzeichnisse

In Leibeigenschaftsverzeichnissen werden die Leibeigenen erfasst, die einer bestimmten Herrschaft angehören, ihr "eigen" sind und dafür einen Anerkennungszins zu zahlen, aber auch andere Pflichten und Lasten zu tragen haben.
Geordnet sind die Leibeigenen dabei nach den jeweiligen Wohnorten. Da der Status als Leibeigener über die Mutter vererbt wurde, werden in den Verzeichnissen zuerst die Frauen genannt, dann u.U. deren Ehemänner und in jedem Fall die Töchter und meist auch die Söhne. Vermerkt wird häufig auch die Höhe des zu zahlenden Leibzinses.

Mitunter finden sich weitere Vermerke wie ein etwaiger Loskauf aus der Leibeigenschaft (hier: "dise ist abkaufft umb 6 Gulden 1566"),

der nach Erstellung des Registers eingetretene Tod einer Person ("todt"),

die Geburt einer anderen ("Peter"),

Leibeigenenregister für das Amt Langenburg, 1595, HZAN La 5 Bü 805

oder der neue Wohnsitz (hier z.B.: "Ist inn Östereich" - oder: "Ist meines gnädigen Herrn Reitschmidt zu Weikersheim").

Insofern ist in solchen Verzeichnissen und Registern normalerweise eine Zweigenerationenfolge niedergeschrieben. Erwähnt werden bei den Eltern allerdings nicht unbedingt alle Kinder, sondern normalerweise nur jene, die noch bei den Eltern wohnten oder die in ein anderes Territorium verzogen waren.

Leibeigenschaftsregister entwickeln sich im Spätmittelalter zunächst als Werkzeug, um die in unter fremder Herrschaft sitzenden eigenen Leute (Leibeigene) nicht aus dem Blick und der Herrschaft zu verlieren. Um die Wende zum 16. Jahrhundert nutzte man diese Schriftgutform im Rahmen der Intensivierung der Landesherrschaft auch als Register zur Verzeichnung der Hintersassen im eigenen Herrschaftsbereich. So hat sich je nach Ort alle paar Jahrzehnte ein Verzeichnis erhalten, in dem aber nur diejenigen Personen aufgeführt wurden, die der jeweiligen Herrschaft angehörten und dem Leibeigenenstatus zugeordnet wurden.

Vertiefte Informationen zu Leibeigenschaftsregistern finden Sie in der Südwestdeutschen Archivalienkunde, Artikel Leib- und Hühnerbücher.