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1. Kirchenbücher

Kirchenbücher verzeichnen in erster Linie Taufe (Geburt), Hochzeit und Begräbnis (Tod) aller im Gebiet der jeweiligen Pfarrei ansässigen Personen der jeweiligen Konfession. Üblicherweise enthalten Taufregister neben dem Datum der Taufhandlung, dem Namen des Täuflings und seiner Eltern auch Angaben zu den Taufpaten. Bei Heiratsregistern werden die Eltern gleichfalls aufgeführt, wenn es sich um die erste Hochzeit des jeweiligen Partners handelt. Totenregister enthalten meist Informationen über den Berufs- und Familienstand sowie die Todesursache und das Alter des Verstorbenen. In Ausnahmefällen sind auch weitere biografische Angaben oder ein Charakterbild Teil des Eintrags.
Die ersten Kirchenbücher im deutschen Südwesten gehen auf die 1520er Jahre zurück. Mit einer durchgängigen Überlieferung ist allerdings frühestens in den 1550er Jahren zu rechnen. In zahlreichen Pfarreien setzen die Kirchenbücher erst um 1640 ein, weil die Vorgängerbände im Dreißigjährigen Krieg verlorengegangen sind. In manchen Territorien wurden Kirchenbücher sogar erst im 18. Jahrhundert eingeführt.
Taufen, Hochzeiten und Beerdigungen schrieb man häufig zusammengefasst in einem sogenannten "Mischbuch" nieder; später bildeten sich für Taufen, Hochzeiten und Beerdigungen meist jeweils eigene Serien heraus. Zum Teil entstanden (innerhalb von Mischbüchern oder in separaten Bänden) weitere Register. Typisch sind etwa Kommunions- bzw. Konfirmations- und Abendmahlregister. Seltener treten gesonderte Register für unehelich geborene Kinder, fremde Verstorbene oder hingerichtete Personen auf. Eine weitere Sonderform stellt das Seelenregister dar, in dem die Gesamtheit der Gemeinde zu einem bestimmten Zeitpunkt festgehalten werden sollte. Seelenregister sind meist nach Haushaltsvorständen sortiert und stellen die Einwohner eines Ortes familienweise dar. Eine Fortentwicklung dieses Prinzips sind die sogenannten Familienregister, in denen zum Heiratseintrag eines Ehepaars dessen Eltern und Kinder mit allen relevanten Daten zugeordnet werden.
Je nach Pfarrer und Zeitpunkt finden sich bei den Kirchenbucheinträgen auch Angaben zum Beruf der Betroffenen, zum Herkunftsort, zum Lebenswandel u.v.m. Der Herkunftsort von Zugewanderten kann teilweise aber auch aus den Namen bzw. Wohnorten der Paten bzw. der Eltern erschlossen werden. Bei unehelichen Kindern wird außer der Mutter häufig der Mann genannt, den diese als Vater angab oder der sich zur Vaterschaft bekannte.
Da in einem Eintrag im Kirchenbuch immer zwei Generationen einer Familie genannt werden, lässt sich der genaue Grad der Verwandtschaft einfach und sicher ermitteln. Kirchenbücher bieten daher die Möglichkeit, die Ahnentafel einer Person mit vergleichsweise geringem Aufwand über einen längeren Zeitraum zu rekonstruieren.