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Archivale des Monats Februar 2019

Archivale des Monats Februar 2019

Von der Wiese zum Villenhügel — Der Bénazet–Plan von 1858

Grundbuchbeilage zu Band 42 der Gemeinde Baden–Baden

ACH 5 A 002.327.061
Plan über die Besitzungen von Bankier Bénazet 1858 (Vorlage: Grundbuchzentralarchiv Kornwestheim ACH 5 A 002.327.061)

Der Plan zeigt das von Edouard Bénazet im Frühjahr 1858 aus dem großherzoglichen Badfonds erworbene Gelände mit angrenzenden Gütern und Gärten, von dem wenige Monate später, im Oktober 1858, ein Teil an den berühmten Maler Franz Winterhalter und ein weiterer Teil an die Baronesse Mülhens, geb. Pochvisneff um je 6.000 Gulden verkauft wurde. Auf dem Plan sind die zu verkaufenden Grundstücke unterhalb des Schriftzugs Banquier Benazet mit Bleistift eingetragen. Am Fuß des Plans finden sich links neben dem Maßstab die Autographe von Edouard Bénazet, Franz Winterhalter, Baronesse Mülhens sowie E. de Girardin, eines weiteren späteren Villenbesitzers.

Bénazet, Spielbankinhaber und Gründer der Rennbahn Iffezheim, gilt als einer der größten Förderer der Stadt Baden–Baden. Er und sein Vater Jacques waren maßgeblich daran beteiligt, dass die Stadt im 19. Jahrhundert Weltruhm erlangte.

Die Villa Bénazet, rechts auf dem Plan, hatte Jacques Bénazet 1838 dem Baron von Ende abgekauft. In dem benachbarten Palais Nr. 156, heute Lichtentaler Allee 8, residierte ab 1820 Friederike Dorothea von Baden, Königin von Schweden. Dort wurde mittlerweile das Museum LA8 eingerichtet. Der zwischen Lichtentaler Allee und neuem Weg, der heutigen Friedrichstraße, eingezeichnete Bereich ist als Park erhalten geblieben, während auf der von Bénazet erworbenen Fläche großzügige Häuser und Villen errichtet wurden.

Das badische Grundbuchwesen im 19. Jahrhundert geht auf Napoleon und dessen Code Civil zurück. Dieser war Grundlage für das Badische Landrecht, das 1810 in Kraft trat. Darin wurde bestimmt, dass jeder, der ein liegendes Eigentum erwarb, den Erwerb in das Grundbuch eintragen lassen musste. Die Grundbuch-Beilagen enthalten die Akten zum jeweiligen Grundbucheintrag. Dabei kann es sich um ganz verschiedene Unterlagen handeln, etwa um Vermögensinventare, Briefe, Zeitungen als Nachweis der Veröffentlichung amtlicher Bekanntmachungen, Kaufverträge oder auch — wie hier gezeigt — um Pläne. Allerdings sind solch vorzüglich kolorierte Pläne die Ausnahme.

Ein Archivale aus dem Landesarchiv Baden-Württemberg, Grundbuchzentralarchiv Kornwestheim, ACH 5 A 001.871.186 (Beilage), ACH 5 A 002.327.061 (Plan).