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Aktuelles >> Presse/Berichte >> Archivale des Monats Oktober 2018

Archivale des Monats Oktober 2018

Wer hat Weikersheim verraten? Eine Episode aus dem Dreißigjährigen Krieg

Verhör eines hohenlohischen Soldaten aus dem feindlichen Heer nach der Plünderung von Weikersheim im August 1634
Verhör des "ungetreuen Soldaten" in Neuenstein (Vorlage: HZAN La 130 Bü 151)

Am 23. August 1634 wird im Rathaus der hohenlohischen Residenzstadt Neuenstein der Reitsoldat Thomas Berler verhört, der bis zu seiner Gefangennahme den bayerischen Truppen unter Johann von Werth angehörte und nur Tage zuvor an der Plünderung Weikersheims — einer weiteren Residenz der Grafen von Hohenlohe — beteiligt war. Besonders brisant: Berler stammt aus Forchtenberg und ist somit selbst hohenlohischer Untertan.
Das erhaltene Verhörprotokoll besteht aus 20 Fragen und aufschlussreichen Antworten: Berler berichtet von seinem militärischen Werdegang, seiner Truppe und der Beute, die er bei der Plünderung Weikersheims gemacht hat: Für Geld und ein neues Pferd kam er zu spät. Immerhin konnte er einen Ballen feines rotes Tuch, Fleisch, einen grauen Mantel, eine Tischdecke und ein Paar Sporen aus der Stadt tragen.
Die Verhörenden in Neuenstein (unter ihnen auch Johann Wolfgang von Goethes Ur–ur–ur–Großvater Wolfgang Textor) interessierten sich indes vor allem für die Frage, ob und durch wen die Stadt Weikersheim verraten worden sei. Offensichtlich vermuteten sie, dass ein hohenlohisches Landeskind wie Thomas Berler die kampflose Öffnung der Stadttore arrangiert haben könnte. Entsprechend nannte Berler die Namen weiterer Soldaten seines Regiments, die aus Hohenlohe, namentlich aus Sindringen, Niedernhall und Belzhag stammten. Er selbst stritt freilich ab, etwas über den vermeintlichen Verrat zu wissen oder daran beteiligt gewesen zu sein. Dabei blieb er auch, als ihm durch den Scharfrichter die Folterinstrumente vorgeführt wurden. Über Berlers weiteres Schicksal ist nichts bekannt.

So unbefriedigend sich das Verhör für Textor und Co. darstellte, so spannend ist es heute für die Auseinandersetzung mit der Geschichte des Dreißigjährigen Krieges.

Ein Archivale aus dem Landesarchiv Baden–Württemberg, Hohenlohe-Zentralarchiv Neuenstein (La 130 Bü 151)