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Landesarchiv >> Staatsarchiv Ludwigsburg >> Digitale Präsentationen >> Rassenwahn und Erbgesundheit >> SS-Heiratsgesuch von Frida H. und Erwin R. >> Der Weg zur Heiratserlaubnis

Der Weg zur Heiratserlaubnis

Fragebogen über die Braut

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Erwin R.s Antworten über seine Partnerin StAL PL 506 Bü 108

Des Weiteren wurde Erwin R. über seine zukünftige Ehefrau „ausgefragt“ um politische sowie gesellschaftliche, aber auch tiefe persönliche Einstellungen herauszufinden. Dies fand in einem vorgefertigten Fragebogen statt.
Besonders bei Frage vierzehn im Fragebogen: „Sind Ihnen sonstige hervortretend gute oder auffallend schlechte Eigenschaften der Braut bekannt?“ Antwort: „Nein.“, entsteht der Eindruck, Personen sollten einem definierten Durchschnitt entsprechen. Zudem reduzierte man die junge Frau auf ihre Rolle als spätere Hausfrau und Mutter. Erwin R.s Einschätzungen, seine Partnerin sei sehr kinderlieb, zuverlässig und sparsam, spiegeln sicherlich auch das wieder, was man von ihm hören wollte.

Mütterschulungslehrgang

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Bestimmungen zur Mütterschule StAL PL 506 Bü 108

Verpflichtend für eine Heirat war eine Teilnahme an einem Mütterschulungslehrgang der NS-Frauenschaft.
Viele emanzipatorische Entwicklungen, die noch vor der Machtergreifung stattfanden, wurden im Nationalsozialismus wieder zurückgesetzt. Frauen dienten dazu, den Haushalt zu führen und die Kinder zu erziehen. Eine große Geburtenquote war erwünscht. So gab es für „deutschblutige, ehrenhafte“ Frauen mit mehr als vier Kindern ab 1938 das „Mutterkreuz“. Es liegt auf der Hand, dass besonders „SS-Bräute“ zu diesem Ideal beitragen sollten.
Frida H. nahm im Mai 1937 an einem zweimonatigen Säuglingskurs des Reichsmütterdienstes teil. Die junge Frau war zu diesem Zeitpunkt bereits Mutter eines zweijährigen, gesunden Kindes. Insoweit kann eine solche Teilnahme als bürokratisch bedingte Schikane eingeordnet werden.

Heiratserlaubnis

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Genehmigung durch die SS StAL Pl 506 Bü 108

Frida H. und Erwin R. erhielten am 23.07.1937 vom Chef des Sippenamtes die Heirats- und Verlobungsgenehmigung. Aus Erwin R.s Entnazifizierungakte geht hervor, dass das Paar im späteren Verlauf geheiratet hat.