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Körperbautypen des Paares

StAL PL 506_Bü 108
Körperbautypen im Untersuchungsbogen StAL PL 506 Bü 108

Nach Untersuchung des Arztes verfügten beide über einen „leptosomen Körperbau“. Erwin R. stamme von einer arischen Rasse ab, die einen dinarischen Einschlag besitze. Frida H. einer dinarischen Rasse mit arischem Einschlag.
Die Bezeichnung „Körperbautyp (nach Kretschmer)“ wurde Anfang des 20. Jahrhunderts von dem Psychiater Ernst Kretschmer eingeführt. In diesen, auch Konstitutionstypen genannt, wurden Menschen aufgrund ihres physischen und psychischen Erscheinungsbildes sowie ihrer Leistungsfähigkeit in unterschiedliche Kategorien eingeteilt. Kretschmer kombinierte dabei seelische Eigenschaften mit körperlichen.
Der Psychiater unterschied Menschen in drei Typen. Bezeichnend für die Pykniker sei ein adipöser Körper und ein gemütlicher Charakter. Die Athletiker mit muskulösem Körperbau seien dagegen heiter, aktiv und dominant. In die Gruppe der Astheniker bzw. Leptosome, in die auch das junge Paar eingeteilt wurde, seien Zierliche und Magere einzuordnen. Ihre Aspekte von körperlicher „Schwäche“ würden sich auch im Geist widerspiegeln, was sie empfindlich und sprunghaft mache.
Diese Form von Typenlehre gilt heute als wissenschaftlich überholt, da ein willkürlicher Zusammenhang zwischen Erscheinungen und Eigenschaften getroffen wurde beispielsweise, dass zierliche Menschen schüchtern seien. Faktoren wie Bildung, Kultur, Alter oder Geschlecht wurden nicht berücksichtigt. Dieses vorurteilsbehaftete Schubladendenken fand in der Ideologie des NS-Regimes großen Anklang und passte zur strukturierten Denkweise.
Abschließend wird ein „Zusammenfassendes Urteil über die Ehetauglichkeit“ Frida H.s gegeben. Auffälligerweise bezieht sich dieses fast ausschließlich auf ihre Fähigkeit, Mutter werden zu können. Eine Fortpflanzung (mit Erwin R.) wird als wünschenswert eingestuft.