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Landesarchiv >> Staatsarchiv Ludwigsburg >> Digitale Präsentationen >> Rassenwahn und Erbgesundheit >> SS-Heiratsgesuch von Frida H. und Erwin R.

SS-Heiratsgesuch von Frida H. und Erwin R.

Vorstellung des Paares

Das Prinzip des „Rassenwahns“ lässt sich zudem gut an der SS-Heiratspolitik der Nationalsozialisten erklären. Neben den Nürnberger Gesetzen vom 15.09.1935, welche jüdischen Menschen mindere Rechte zusprachen und deklarierten, in welchen Vererbungsszenarien es zu „Deutschblütigen“ und wann zu Juden komme, schloss die SS-Heiratspolitik auch den „erbgesundheitlichen“ Faktor von Krankheiten und Behinderungen mit ein.
Wollte sich ein SS-Mann verheiraten, so war dies mit einem hohen bürokratischen Aufwand verbunden. Verschiedene Unterlagen über die Abstammung, ärztliche Untersuchungen und Nachweise von Kursteilnahmen und Bürgen waren erforderlich.
Diese Prozedur sollte garantieren, dass sich SS-Männer mit ihren Familien im Sinne des NS-Regimes verhielten. Nach Auffassung der Nationalsozialisten sollten diese Familien eine vorbildmäßige Elite abspiegeln.
Anhand des SS-Manns Erwin R. und seiner Partnerin Frida H. möchte ich verdeutlichen, welches Maß an Kontrolle über den „Heiratswilligen“ stand.

Zu den Unterlagen, die beschaffen werden mussten, gehörten:
- eine Erlaubnis der vorgesetzten Dienststelle des SS-Mannes
- der Nachweis der (arischen) Abstammung bis 1.1.1800 durch die Ahnentafeln
- ein Nachweis über die Erbgesundheit: Untersuchungen durch SS-Ärzte
- ein ausgefüllter Rassen- und Gesundheitsfragebogen: Lebenslauf, Lichtbilder, Todesursachen und Krankheiten in der Familie
- ein Nachweis über einen Mütterschulungslehrgang der Braut

Bereits hier wird erkennbar, welche Faktoren die nationalsozialistische Ideologie als wünschenswert empfand. Dazu gehörte die Befolgung von Hierarchiestrukturen, auch innerhalb der Familie. Eine konservative Rollenverteilung zwischen Mann und Frau war erwünscht.