Landeswappen Baden-Württemberg

Aktuelle Hinweise

Ausstellungen

Veranstaltungen

Presse/Berichte

Neue Publikationen

Laufende Projekte

Nachrichtenarchiv

Unser Selbstverständnis

Landesarchiv

Aufgaben und Dienstleistungen

Rechtsgrundlagen

Organisation

Ansprechpartner/innen

Projekte

Jahresberichte

Publikationen

Ausbildung und Praktika

Vergabeverfahren

Stellenausschreibungen

Präsentationen und Inventare

Landeskunde entdecken online (LEO-BW)

Württembergisches Urkundenbuch Online

Karoline Luise von Baden – Kunst und Korrespondenz

Auswanderung aus Südwestdeutschland

Klöster in Baden-Württemberg

Landesforschung und Landesbeschreibung

Angebote für Schulen und Gruppen

Mitmachprojekte des Landesarchivs

Aktenaussonderung

Elektronische Systeme

Historischer Wert

Ihr Landesarchiv

Ansprechpartner im Archiv

Übergabeverzeichnisse

Wie nutzen Sie das Landesarchiv?

An welche Archivabteilung können Sie sich wenden?

Recherche & Bestellung

Mein Konto

Recherchehilfen & Dienstbibliotheken

Öffnungszeiten

Rechtsgrundlagen und Formulare

Kopien und Reproduktionen

Aktuelles >> Presse/Berichte >> „Eine gelungene Ausstellung, die zeigt, warum Baden Musterland war“ >>
Prof. Dr. Wolfgang Zimmermann und der Präsident des Deutschen Bundestages, Dr. Wolfgang Schäuble, nach dessen Gastrede am 12.7.2018 im GLA Karlsruhe.
Prof. Dr. Wolfgang Zimmermann dankt dem Präsidenten des Deutschen Bundestages, Dr. Wolfgang Schäuble, nach dessen Gastrede.

Nachdenklich hob der Bundestagspräsident den Finger und mahnte eine politische Debattenkultur an, bei der andere Meinungen auszuhalten seien. Dies sei das Bindemittel einer Demokratie. Eine freiheitliche und offene Gesellschaft lebe davon, dass der Einzelne bereit sein, sich für das Gemeinwesen einzusetzen und Verantwortung zu übernehmen. Diesen Gedanken unterstrich Schäuble mit dem Hinweis auf die republikanische Verfassung Badens von 1919. Zwar hätten bei der Volksabstimmung am 13. April 1919, dem ersten Plebiszit in der deutschen Geschichte überhaupt, eine Mehrheit von über 90 Prozent der Badenerinnen und Badener die Verfassung bestätigt. Dabei hätte aber lediglich ein Drittel der Wahlberechtigten von ihrem Stimmrecht Gebrauch gemacht: „Schon damals war also die Diskrepanz zu beobachten zwischen der lautstarken Forderung nach mehr Beteiligung und der deutlich geringer ausgeprägten Bereitschaft, solche Angebote am Ende auch wahrzunehmen. „Manches“, schlussfolgerte der erfahrene Politiker, „ändert sich offenkundig nie.“ Auch nach 1945 habe man vor allem aus dem Scheitern Weimars gezogen: „Freiheit und Verantwortung müssen Hand in Hand gehen“. Schäuble erinnerte daran, dass liberale Verfassungen kein Selbstzweck und kein Selbstläufer seien: „Die Ordnung müssen wir alle mit Leben füllen“. Seinen Eintrag in des Goldene Buch des GLA schloss er mit den Worten: "Möge die Tradition auch in der Zukunft unsere freiheitliche Demokratie stärken."


Der Leiter des Generallandesarchivs, Prof. Dr. Wolfgang Zimmermann, dankte dem Ehrengast und dienstältesten Abgeordneten in der deutschen Parlamentsgeschichte herzlich für sein Kommen. Er würdigte die Ausstellung als einen wichtigen Baustein der historisch-politischen Bildungsarbeit des Landesarchivs Baden-Württemberg: „Wir machen die reichen historischen Traditionen des deutschen Südwestens – mit ihren Sternstunden, aber auch in ihren Irrwegen – für den Diskurs der Gegenwart lebendig.“ Es sei ein Anliegen des Generallandesarchivs, die Quellen zum Sprechen zu bringen, „damit die Menschen heute miteinander ins Gespräch kommen können, um durch das Nachdenken über Vergangenes die Gegenwart mit einem geschärften Blick betrachten und gestalten zu können.“


„Eine gelungene Ausstellung, die zeigt, warum Baden Musterland war“

Bundestagspräsident Schäuble besucht das GLA und seine demokratiegeschichtliche Präsentation

Der Präsident des Deutschen Bundestages, Dr. Wolfgang Schäuble, spricht am 12.7.2018 im GLA Karlsruhe.
Der Präsident des Deutschen Bundestages, Dr. Wolfgang Schäuble, spricht im Generallandesarchiv.

Hoher Besuch im Generallandesarchiv. Der Präsident des Deutschen Bundestages, Dr. Wolfgang Schäuble, kam am 12. Juli 2018 in das „kulturelle Gedächtnis Badens“, um die Ausstellung Demokratie wagen? Baden 1818-1919 zu besuchen und einen Vortrag über den Beitrag Badens zur rechtsstaatlichen Tradition und der demokratiegeschichtlichen Entwicklung Deutschlands zu halten. Scharfzüngig und versöhnend würdigte der Träger des zweithöchsten Staatsamts der Bundesrepublik Deutschland die Rolle des liberalen Musterländles für die deutsche Verfassungsgeschichte und politische Kultur, sparte aber nicht mit Kritik an den Irrungen und Wirrungen der Historie und der aktuellen Politik. Die badische Demokratiegeschichte nutzte Schäuble als Folie, um seinen Zuhörern in Erinnerung zu rufen, wie wichtig der Einsatz jedes Einzelnen für unsere freiheitliche Demokratie ist. Seine prägnant formulierten Aussagen, gestützt auf die reiche Erfahrung des dienstältesten deutschen Parlamentariers, sprachen die 200 Gäste nicht zuletzt durch seinen Humor und die ihm eigene Ironie an.


Großer Andrang herrschte im Generallandesarchiv. Wegen der starken Nachfrage wurde der Vortrag des Bundestagspräsidenten live in den Lesesaal des Archivs übertragen. 200 geladene Gäste wollten Schäubles Gedanken zum Thema "In guter Verfassung – Baden und das Rechtsstaats- und Demokratieprinzip" hören.