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Aktuelles >> Presse/Berichte >> Ausstellung würdigt Lebenswerk des Naziopfers Ludwig Marum (1882-1934)

Ausstellung würdigt Lebenswerk des Naziopfers Ludwig Marum (1882-1934)

Ein Verfechter des Rechtsstaats

Ausstellungsplakat Ludwig Marum

Die Erinnerungsstätte für die Freiheitsbewegungen im Rastatter Schloss erweist einem großen Nazi-Gegner und -Opfer der Region seine Reverenz: Ludwig Marum. Ihm ist die Ausstellung gewidmet, die nun bis zum 24. Juni in der ehemaligen Synagoge Sulzburg zu sehen ist. Viel zu oft wurde Ludwig Marum, wie viele Protagonisten, die eines gewaltsamen Todes gestorben sind, von seinem schlimmen Ende her gesehen. Die Ausstellung lässt erkennen, dass das tatkräftige Wirken des Sozialdemokraten und Juden Ludwig Marum erinnerungswürdig ist.

1882 wird er in eine jüdische Familie im pfälzischen Frankenthal hineingeboren. Marum wächst dann allerdings in Bruchsal auf. Er studiert Jura in Heidelberg und München, bevor er sich als Anwalt in Karlsruhe niederlässt. Über den Badischen Arbeitersängerbund wird Marum populär, bevor er 1914 Mitglied des Badischen Landtags in Karlsruhe wird. In der Revolution 1918 bewährt er sich als führender badischer Politiker und wird Justizminister, und 1919 im Landtag Fraktionsvorsitzender der SPD. 1928 wurde er in den Reichstag gewählt. Bis zum Untergang der Weimarer Republik Anfang 1933 kämpft er für die Ideale des demokratischen Rechtsstaats. Als dieser Kampf mit einer Niederlage endet, bekommt Marum den vernichtenden Hass der neuen Machthaber zu spüren. Für sie ist er nicht nur als Sozialdemokrat politischer Gegner, sondern als Jude auch Adressat schlimmster antisemitischer Auswüchse. Im März 1933 wird unter Bruch seiner Immunität Marum verhaftet, bevor er im Mai desselben Jahres nach einer entwürdigenden Schaufahrt am Pranger durch die Karlsruher Kaiserstraße ins KZ Kislau bei Bruchsal eingesperrt wird.

Doch bis zum Schluss verliert Marum seinen Lebensmut nicht. Einen zweitägigen Freigang nutzt er nicht zur Flucht, weil er sein Ehrenwort gegeben hat, wieder zurückzukehren. Noch sein letzter Brief aus dem KZ ist von Hoffnung trotz widrigster Umstände geprägt. Dieser Brief ist ein traurig-fesselndes Herzstück. In der Zeit nach diesem Brief beginnen die Nazis, Marum immer mehr nach dem Leben zu trachten, bis sie ihn im März 1934 in der Zelle ermorden. Nach dem Krieg werden die Mörder gerichtlich verurteilt.

Die Ausstellung ist bis zum 24. Juni 2018 zu sehen.
Öffnungszeiten: Di-So, 15-18 Uhr

Link zur virtuellen Ausstellung: www.landesarchiv-bw.de/marum