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Aktuelles >> Veranstaltungen >> "Zu keiner Arbeit fähig"

"Zu keiner Arbeit fähig"

Die Pflegeanstalt Rastatt als Verwahranstalt dauernd anstaltsbedürftiger Geisteskranker

Vortrag von Maria Nüchter M.A., Stuttgart

18.1.2018, 18 Uhr

Generallandesarchiv Karlsruhe

Arthur Schreck (1878-1963)
Der Schrecken der Anstalt: Dr. Arthur Schreck (1878-1963); Vorlage: Stadtarchiv Achern N Huber F/1

Das Generallandesarchiv lädt am Donnerstag, den 18. Januar 2018, um 18 Uhr zu einem Vortrag über ein beklemmendes Kapitel deutscher Psychiatriegeschichte ein. Maria Nüchter M.A. spricht über das Schicksal der Patienten in der Pflegeanstalt Rastatt im NS-Rassenstaat. Sie deckt auf, wie die Sparmaßnahmen der NS-Erbgesundheitslehre Leib und Leben der Pfleglinge bedrohten und welche tödlichen Konsequenzen die „Vernichtung lebensunwertem Leben“ in Baden hatte. Das Generallandesarchiv setzt mit diesem Vortrag seine Begleitveranstaltungen zu der Ausstellung Grafeneck 1940. Euthanasie–Verbrechen in Südwestdeutschland fort, die bis 2. März 2018 zu sehen ist.


Am 15. Juni 1934 wurde die psychiatrische Pflegeanstalt in Rastatt eingerichtet. Ihr Zweck war klar definiert: Als reine „Pflegeanstalt“ sollte sie der Verwahrung sogenannter „unheilbarer“ und chronisch kranker Patienten dienen und damit die anderen badischen staatlichen Anstalten entlasten. Die Einrichtung der Pflegeanstalt Rastatt erfolgte provisorisch. Das Gebäude war in einem maroden Zustand und wurde innerhalb von vier Monaten umgebaut.


Der Alltag der Patienten war geprägt vom Charakter der Einrichtung als „besondere Verwahrungs-anstalt für dauernd anstaltsbedürftige Geisteskranke“. Therapeutische Behandlungsformen wurden so gering wie möglich gehalten. Entsprechend war auch das Personal deutlich unterbesetzt. 30 Pflegerinnen und Pfleger waren für 500 bis 600 Patientinnen und Patienten zuständig. Der Anstaltsdirektor, Dr. Arthur Schreck, war der einzige Arzt.


Am 5. September 1939, wenige Tage nach Beginn des Zweiten Weltkriegs, wurde die psychiatrische Pflegeanstalt Rastatt mit 579 Patienten nach Zwiefalten verlegt und von dort weiter nach Grafeneck. Insgesamt wurden etwa 450 Menschen nach Grafeneck deportiert und dort ermordet.


Maria Nüchter (geb. 1987) studierte Neuere und Neueste Geschichte in Karlsruhe und Berlin und verfasste ihre Masterarbeit über die Pflegeanstalt Rastatt. Nach einem Volontariat beim SWR im Bereich Dokumentation und Archive, war sie als wissenschaftliche Mitarbeiterin am Generallandesarchiv Karlsruhe tätig. Seit Juni 2016 ist sie Mitarbeiterin im Projekt Provenienzforschung an der Württembergischen Landesbibliothek in Stuttgart.


Vor dem Vortrag findet um 17 Uhr eine Kuratorenführung durch die Ausstellung Grafeneck 1940. Euthanasie-Verbrechen in Südwestdeutschland statt.


Ort: Generallandesarchiv Karlsruhe, Nördliche Hildapromenade 3, 76133 Karlsruhe

Termin: Donnerstag, 18. Januar 2018, 18 Uhr — Kuratorenführung durch die Ausstellung um 17 Uhr

Eintritt frei