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Aktuelles >> Veranstaltungen >> Sinti und Roma — nicht aus Gründen der Rasse verfolgt?

Sinti und Roma — nicht aus Gründen der Rasse verfolgt?

Zur Entschädigungspraxis am Landesamt für Wiedergutmachung Karlsruhe

Vortrag von Vanessa Hilss, Karlsruhe

12.12.2017, 18 Uhr

Generallandesarchiv Karlsruhe

Deportation von Sinti und Roma, Asperg 1940
Deportation von Sinti und Roma am 22. Mai 1940 in Asperg; Vorlage: Bundesarchiv_R_165_Bild-244-43

Das Generallandesarchiv Karlsruhe lädt am Dienstag, den 12. Dezember 2017, um 18 Uhr zu einem Vortrag über die Verfolgung von Sinti und Roma in der NS–Diktatur, aber auch über die Ausgrenzung in der bundesrepublikanischen Nachkriegszeit ein. Vanessa Hilss deckt dabei Kontinuitäten in der diskriminierenden Rechtsprechung und in der Stigmatisierung der Opfer sowie badische Besonderheiten auf. Das Generallandesarchiv setzt damit seine Begleitveranstaltungen zu der Ausstellung Grafeneck 1940. Euthanasie–Verbrechen in Südwestdeutschland fort, die bis 2. März 2018 zu sehen ist.


In der deutschen Nachkriegsgeschichte war der Umgang mit der Verfolgung von Sinti und Roma im Nationalsozialismus ein unrühmliches Kapitel. Über Jahrzehnte wurde ihnen vielfach die Anerkennung als NS–Verfolgte verwehrt. Den Tiefpunkt markierte das 1956 ergangene höchstrichterliche Urteil des Karlsruher Bundesgerichtshofs. Demnach seien die Deportationen von "Zigeunern" im Jahr 1940 keine rassische Verfolgungsmaßnahme, sondern eine übliche polizeiliche Präventivmaßnahme gewesen. Obgleich das Urteil keinen langen Bestand hatte, blieb vielen Sinti und Roma bis in die 1980er Jahre eine Entschädigung verwehrt. Die Autorin skizziert die Verfolgung dieser Gruppe zwischen 1933 und 1945 und zeigt dabei badische Besonderheiten auf. Sie behandelt die Frage, warum Sinti und Roma danach einer diskriminierenden Rechtsprechung ausgesetzt blieben und worauf die nach 1945 anhaltende Stigmatisierung gründete. Dabei werden personelle Kontinuitäten von "Zigeunerexperten" in Polizei und Verwaltung aufgedeckt.


Vanessa Hilss (geb. 1992) studierte Geschichte und Germanistik in Heidelberg. Nach Praktika im Dokumentations– und Kulturzentrum Deutscher Sinti und Roma Heidelberg und im Deutschen Historischen Institut London arbeitete sie als studentische Hilfskraft beim Denkwerk–Projekt der Robert–Bosch–Stiftung Begegnungen vor Ort — Verwaltungsgeschichte und NS–Alltag sowie beim Projekt Geschichte der Landesministerien in Baden und Württemberg in der Zeit des Nationalsozialismus. Aktuell ist sie Mitarbeiterin an dem Ausstellungsprojekt Bewegt Euch — 1968 und die Folgen in Karlsruhe des Stadtarchivs Karlsruhe. Für Ihre Heidelberger Abschlussarbeit über die Verfolgung und Entschädigung der Sinti und Roma erhielt sie im Jahr 2017 einen Förderpreis des Fördervereins des Generallandesarchivs Karlsruhe.


Vor der Lesung findet um 17 Uhr eine Kuratorenführung durch die Ausstellung Grafeneck 1940. Euthanasie-Verbrechen in Südwestdeutschland statt.


Ort: Generallandesarchiv Karlsruhe, Nördliche Hildapromenade 3, 76133 Karlsruhe

Termin: Dienstag, 12. Dezember 2017, 18 Uhr — Kuratorenführung durch die Ausstellung um 17 Uhr

Eintritt frei