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Archivale des Monats Dezember 2017

Situationsplan der Dörfer Niklashausen und Gamburg um 1530

Situationsplan von Schloss Gamburg und Umgebung aus der Zeit um 1530 (Signatur: StAWt-G Rep. 102, Nr. 340)
Situationsplan von Schloss Gamburg und Umgebung aus der Zeit um 1530 (Signatur: StAWt–G Rep. 102, Nr. 340)

Eine der ältesten Darstellungen der Orte Niklashausen (links) und Gamburg (rechts) ist erst vor wenigen Jahren überraschend aufgefunden worden. Die Skizze wurde um 1530 in einem Rechtsstreit zwischen der Grafschaft Wertheim und dem Erzstift Mainz um die Fischrechte im Mühlgraben von Niklashausen angefertigt und diente als "Augenschein", einer detailreichen Zeichnung der Topografie als Basis für die Entscheidung des ortsunkundigen Richters.
Das Fischrecht in der Tauber gehörte zu den vom Erzstift Mainz beanspruchten Herrschaftsrechten. Der Mühlgraben der Niklashäuser Mühle führte allerdings durch Wiesen und Äcker, die zur Grafschaft Wertheim gehörten. Deshalb glaubte der Müller, im Mühlgraben fischen zu dürfen. Der langjährige Streit eskalierte nun, als der Mainzische Amtmann aus Gamburg mit Waffengewalt das Wehr abgraben ließ.
Auf der Zeichnung des Taubertals zwischen Niklashausen und Gamburg springt insbesondere die überdimensionierte, den Ort hoch überragende Burg Gamburg ins Auge, die hier als Schloß bezeichnet wird. Sie ist besonders akkurat und in wesentlichen Aspekten getreu wiedergegeben. Der Vergleich mit dem heutigen Zustand gibt daher den Kunsthistorikern wichtige Hinweise zur Baugeschichte der Gamburg. Die wohl große Realitätsnähe gilt aber für die gesamte Darstellung, etwa die Niklashäuser Kirche oder den Gamburger Hagzaun, auch wenn die Ortschaften selbst mit nur wenigen Gebäuden, wohl Funktionsbauten, angedeutet werden.
Die undatierte Situationsskizze kann über ein beiliegendes Schriftstück von gleicher Hand datiert werden, in dem ein vor 30 Jahren verstorbener Wertheimer Graf Hans erwähnt wird (Graf Johann, gest. 1497) und wo von einer Pachtzahlung nach der peurischen Empörung (Bauernkrieg 1525) die Rede ist.
Der Plan (30 x 43 cm) wurde im Nachtragsbestand StAWt–G Rep. 102 aufgefunden, der im Rahmen eines Projektes in den letzten Jahren zugänglich gemacht wurde — dankenswerterweise finanziert von der Stiftung Kulturgut Baden–Württemberg. Im zugehörigen Findmittel kann online recherchiert werden.

Ein Archivale aus dem Landesarchiv Baden–Württemberg, Staatsarchiv Wertheim, StAWt-G Rep. 102 Nr. 340