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Aktuelles >> Presse/Berichte >> Regionale Eliten vor und nach 1945

Regionale Eliten vor und nach 1945

Tiefenerschließung der NSDAP-Überlieferung im Generallandesarchiv Karlsruhe

Hans Filbinger (GLAK 465 c_422)
Hans Filbinger im Alter von 23 Jahren (Mitgliedsantrag im NS-Rechtswahrerbund 1937)
Vorlage: GLA Karlsruhe 465 c Nr. 422

Das Generallandesarchiv Karlsruhe verwahrt mit seinen Beständen 465 c und 465 d einen bedeutenden Fundus an Akten der badischen NSDAP. Mit rund 250 Regalmetern und wegen des grenzüberschreitenden Bezugs kommt der Karlsruher NSDAP-Überlieferung überregionale Bedeutung zu. Schon seit Längerem gibt es Findmittel zu diesen Beständen. Allerdings war in diesen großen Serien von Sammelakten eine gezielte Suche nach Namen bislang nicht möglich. Seit 2016 unterzieht das Generallandesarchiv die Sammelakten einer Tiefenerschließung. Für den Bestand 465 d ist sie abgeschlossen, für den ungleich größeren und komplexeren Bestand 465 c steht nun ein erstes Teilergebnis im Internet. Eine Auswahl von Dokumenten ist im Juni 2017 im Foyer des Generallandesarchivs zu sehen.


Überwiegend handelt es sich hier um „ganz normale“ Menschen: Schulabgänger, die ihre Berufsausbildung beginnen wollten, oder kleine Trittbrettfahrer des Regimes. Es gibt aber auch eine erstaunliche Reihe prominenter Persönlichkeiten, die sich wie ein Auszug aus dem „Who is Who“ der NS-Zeit in Baden liest. Nicht immer geht es dabei um eine aktive Verstrickung in die NS-Politik, stets aber bereichern diese Unterlagen unser Wissen um die Eliten in Verwaltung und Politik vor und nach 1945.


Man stößt auf spätere Politiker wie Hans Filbinger, Ministerpräsident von Baden-Württemberg, Hans Furler, Präsident des Europäischen Parlaments, Wilhelm Hoch, Mitbegründer des badischen CDU-Vorläufers BCSV, Eduard Lais, Wirtschaftsminister von Südbaden, Peter Raule, Mitbegründer der FDP in Baden und Camil Wurz, Landtagspräsident von Baden-Württemberg.


Zu finden sind ebenso führende Verwaltungsbeamte und Juristen, wie Karl Asal, die graue Eminenz der Kulturpolitik in Baden vor und nach 1945, Walter Bargatzky, später Staatssekretär in Bonn und Präsident des Deutschen Roten Kreuzes, Walther Fürst, nachmalig Präsident des Bundesverwaltungsgerichts, Max Güde, ab 1957 Generalbundesanwalt, Ernst Rudolf Huber, nach 1945 bekannt als Verfassungshistoriker, Friedrich Müller-Trefzer, Leiter der Badischen Staatskanzlei oder Josef Selbach, ab 1952 Büroleiter und persönlicher Referent von Bundeskanzler Konrad Adenauer.


Auch viele Kommunalpolitiker sind dabei wie die damaligen oder späteren Oberbürgermeister von Freiburg (Josef Brandel), Heidelberg (Robert Weber), Konstanz (Bruno Helmle), Offenburg (Josef Holler und Wolfram Rombach), Tübingen (Hans Gmelin) oder Villingen (Severin Kern). Und Vertreter des kulturellen Lebens sind zu finden: Künstler wie die Dirigenten und Musiker Joseph Keilberth, Arthur Kusterer und Otto Matzerath, der Karlsruher Akademieprofessor Hermann Kupferschmid, der Sänger und Theaterintendant Erik Wildhagen, der Architekt Hermann Reinhard Alker, der das jedem Schwarzwald-Touristen bekannte Engländer-Denkmal auf dem Schauinsland schuf, und die Leiter der Karlsruher Kunsthalle Kurt Martin und Jan Lauts.


Etwas seltener liest man Namen von Persönlichkeiten aus der Wirtschaft wie Erwin Gündert, Präsident des Badischen Sparkassen- und Giroverbandes, und Heinrich Vetter, Mannheimer Kaufhauskönig und Kulturmäzen.


Das Projekt zur Tiefenerschließung der Karlsruher NSDAP-Überlieferung im Bestand 465 c ist noch nicht abgeschlossen. Die Ergebnisse sollen sukzessive ins Internet eingestellt werden.