Landeswappen Baden-Württemberg

Aktuelle Hinweise

Ausstellungen

Veranstaltungen

Presse/Berichte

Neue Publikationen

Laufende Projekte

Nachrichtenarchiv

Unser Selbstverständnis

Landesarchiv

Aufgaben und Dienstleistungen

Rechtsgrundlagen

Organisation

Ansprechpartner/innen

Projekte

Jahresberichte

Publikationen

Ausbildung und Praktika

Vergabeverfahren

Stellenausschreibungen

Präsentationen und Inventare

Landeskunde entdecken online (LEO-BW)

Württembergisches Urkundenbuch Online

Karoline Luise von Baden – Kunst und Korrespondenz

Auswanderung aus Südwestdeutschland

Klöster in Baden-Württemberg

Landesforschung und Landesbeschreibung

Angebote für Schulen und Gruppen

Mitmachprojekte des Landesarchivs

Aktenaussonderung

Elektronische Systeme

Historischer Wert

Ihr Landesarchiv

Ansprechpartner im Archiv

Übergabeverzeichnisse

Wie nutzen Sie das Landesarchiv?

An welche Archivabteilung können Sie sich wenden?

Mein Konto

Recherche & Bestellung

Recherchehilfen & Dienstbibliotheken

Öffnungszeiten

Rechtsgrundlagen und Formulare

Kopien und Reproduktionen

Landesarchiv >> Staatsarchiv Ludwigsburg >> Digitale Präsentationen >> Spruchkammerakten im Staatsarchiv Ludwigsburg >> Der exemplarische Fall Wilhelm Emmerich

Der exemplarische Fall Wilhelm Emmerich

Zeichnung des Vorfalls
Eine Zeichnung des Vorfalls

Im Jahr 1949 wurde ein Entnazifizierungsverfahren gegen den bereits am 22. Mai 1945 an Typhus verstorbenen SS-Oberscharführer Wilhelm Emmerich durchgeführt. Auch gegen bereits Verstorbene konnte ein Spruchkammerverfahren durchgeführt werden.
Eine Einstufung als Hauptschuldiger - wie Wilhelm Emmerich - oder Belasteter hatte den Wegfall der Ansprüche von Hinterbliebenen auf Pensionen oder Renten des Betroffenen zur Folge. Hauptschuldiger war, wer sich in einem Konzentrationslager an Tötungen, Folterungen oder sonstigen Grausamkeiten in irgendeiner Form beteiligt hatte.
Das Ministerium für politische Befreiung Baden-Württemberg war zunächst auf Grund seiner im wesentlichen auf die Auskünfte der Witwe Wilhelm Emmerichs gestützten Ermittlungen zu dem Ergebnis gekommen, der verstorbene SS-Oberscharführer komme nicht als Hauptschuldiger oder Belasteter in Frage. Erst die Aussage eines ehemaligen Fellbacher Häftlings aus Auschwitz führte zur Neuaufnahme der Untersuchungen. Weitere Zeugenaussagen, die dem Betroffenen besondere Brutalität und Rücksichtslosigkeit sowie zügellosen Sadismus attestierten, erwiesen schließlich Emmerichs Einbindung in die Mordmaschinerie von Auschwitz und führten zu seiner Einstufung als Hauptschuldiger und nicht als Mitläufer, wie die Witwe vorgeschlagen hatte.
Wilhelm Emmerich konnte zudem als einer der SS-Männer identifiziert werden, die am 23. Oktober 1943 im Entkleidungsraum eines Krematoriums des Konzentrationslagers in Auschwitz von einer Jüdin angeschossen worden waren. Dieser dokumentierte bewaffnete Widerstand wurde rasch zum Mythos. Zwar sind weder Name noch Nationalität dieser angeblichen Tänzerin bisher eindeutig gesichert, doch die Tatsache, dass sie angesichts ihres bevorstehenden Todes den SS-Oberscharführer Josef Schillinger mit seiner eigenen Pistole töten und Emmerich verwunden konnte, wirkt als einzigartiges Ereignis über sie hinaus.
Emmerich war zwar mit dem Leben davon gekommen, hatte aber von dem Durchschuss ein halbsteifes Bein zurückbehalten.