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Landesarchiv >> Staatsarchiv Ludwigsburg >> Digitale Präsentationen >> Spruchkammerakten im Staatsarchiv Ludwigsburg >> Der Meldebogen

Der Meldebogen

Maßnahme zur Entnazifizierung?

Meldebogen der Militärregierung zur Entnazifizierung
Vorder- und Rückseite des Fragebogens der Militärregierung zur Entnazifizierung der deutschen Bevölkerung

Am 5. März 1946 wurde in den Ländern der US-Zone das "Gesetz zur Befreiung von Nationalsozialismus und Militarismus" verabschiedet, welches die Entnazifizierung in die Hände der Deutschen legte. In der US-Zone wurden dazu regional zuständige Laiengerichte gebildet, die so genannten Spruchkammern, die jeden Fall individuell zu behandeln hatten. Jeder Deutsche, der am 4. März 1945 das 18. Lebensjahr vollendet hatte, musste dazu einen (vom Umfang her wesentlich reduzierten) Meldebogen ausfüllen, damit geprüft werden konnte, ob er unter das Gesetz fällt und in welchem Umfang er sich im nationalsozialistischen Sinne betätigt hatte. Danach wurde er in eine von fünf Kategorien eingestuft:

I. Hauptschuldiger,

II. Belasteter,

III. Minderbelasteter,

IV. Mitläufer,

V. Entlasteter.

Die Einstufung war - mit Ausnahme der Kategorie V - mit entsprechenden Sanktionen versehen, die von einfachen Geldstrafen bis hin zur Haft im Arbeitslager reichten. Die Spruchkammern waren auf Grund der Menge an Meldebögen ständig überlastet. Die Auswertung der 13 Millionen abgegeben Bögen blockierte monatelang die eigentliche Arbeit der Spruchkammern und für eine intensive Bearbeitung eines schweren Falles blieb kaum Zeit. Zudem wurden erst die leichteren Fälle bearbeitet, da dort die Beweislage eindeutiger schien und vor allen Dingen die Masse der von den Amerikanern entlassenen Mitläufer auf eine rasche Wiedereinstellung hoffte. So passierte es, dass die komplizierten, schweren Fälle erst später bearbeitet wurden und die Betroffenen aufgrund einer veränderten weltpolitischen Lage milder behandelt wurden. Diese Praxis erregte allgemein großen Unmut. In einer Umfrage im Jahre 1949 sprachen sich mehr als 70 % der Bevölkerung gegen Entnazifizierung aus.
Der beginnende Kalte Krieg ließ die Entnazifizierung lange vor ihrem Ende endgültig erstarren. Die Kammern stellten zum 31. Oktober 1953 ihre Tätigkeit ein, nachdem schon ab Ende Juli 1953 neue Verfahren gar nicht mehr eröffnet worden waren.