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Landesarchiv >> Staatsarchiv Ludwigsburg >> Digitale Präsentationen >> Spruchkammerakten im Staatsarchiv Ludwigsburg >> Anfänge der Entnazifizierung

Anfänge der Entnazifizierung

Churchill, Truman und Stalin feiern den Sieg über Nazi-Deutschland
Winston Churchill, Harry S. Truman und Josef Stalin reichen sich die Hand

In Deutschland waren die nationalsozialistischen Machthaber von großen Teilen der deutschen Bevölkerung toleriert, wenn nicht unterstützt worden. Jeder sechste erwachsene Deutsche gehörte einer NS-Organisation an, wobei der Anteil in den jüngeren Jahrgängen noch wesentlich höher war. Allein die NSDAP-Kartei führte am Ende des Krieges mehr als 6,5 Millionen Mitglieder. Die Folgen sind bekannt: Der vom nationalsozialistischen Deutschland ausgehende Zweite Weltkrieg forderte ca. 55 Millionen Menschenleben.

Die auf der Potsdamer Konferenz (17. Juli bis 2. August 1945) von den alliierten Siegermächten beschlossene "Entnazifizierung" wurde nach der Kapitulation Deutschlands in umfassender Weise angegangen. Neben der vollständigen Ausmerzung des Militarismus waren das Verbot der NSDAP und aller ihrer Unterorganisationen, die Aufhebung aller NS-Gesetze sowie die Beseitigung von einschlägigen Erinnerungen an das "Dritte Reich" aus der Öffentlichkeit (NS-Symbole, Straßenschilder, Bücher, Uniformen, Orden usw.) wesentliche Elemente dieser politischen Säuberung. Auch das Säubern des öffentlichen Dienstes und der automatische Arrest für bestimmte Personengruppen aus der Verwaltungs- und NS-Hierarchie (d.h. Internierung auf Grund formaler Kriterien ohne Prüfung des Einzelfalls) war bereits vorgesehen. Gegen die Spitzen des NS-Regimes wurde seit dem 20. November 1945 vor dem Internationalen Militärtribunal in Nürnberg verhandelt ("Nürnberger Prozesse").

Bei der zunächst engagierten, sehr systematischen Entnazifizierung in der amerikanisch besetzten Zone, von der im Prinzip jeder hier lebende erwachsene Deutsche betroffen war, lassen sich verschiedene Phasen unterscheiden: Eine Direktive vom 7. Juli 1945 bezog sich zunächst auf Personen in Schlüsselpositionen des öffentlichen Lebens. Gesetz Nr. 8 der Militärregierung vom 26. September 1945 dehnte die Säuberungsmaßnahmen auf die Wirtschaft aus. Grundlage war ein 131 Fragen umfassender Fragebogen, der von den Betroffenen auszufüllen war, und der die Grundlage für eine Einstufung in eine von fünf Gruppen war. Von Sühnemaßnahmen betroffen waren etwa jene, die vor dem 1. März 1933 in die NSDAP eingetreten waren. Beamte, die Mitglied der Partei oder einer Unterorganisation gewesen waren, wurden aus dem öffentlichen Dienst entlassen. Hauptschuldigen und Belasteten drohte nicht nur Entlassung und Berufsverbot, sondern auch eine Höchststrafe von bis zu zehn Jahren Arbeitslager.